NFDC bringt die Reihe „Cinemas of India“ auf DVD heraus

28. Juni 2012

Das NFDC, die National Film Development Corporation hat eine Reihe von klassischen indischen Filmen auf DVD herausgebraucht.  Die DVD-Reihe „Cinemas of India“ umfasst z. Zt. 31 Titel ( 3 Titel davon stehen noch aus). Sie sind über den Anbieter Induna in Westbengalen erhältlich. Die einzelnen Filme werden mit Trailern auf dieser Website des NFDC vorgestellt.

 

„Cutting across geographical, social & cross-cultural barriers Cinemas of India is engineered to act as a carrier of Indian cinema in the global culture of film. The campaign aims to encourage an audience for deserving Indian films, parents emerging talent in India, builds an international showcase for these filmmakers in major festivals & markets and promotes India as a potential filming destination for the stories of the world.

Cinemas of India endorses deserving regional, independent & art house cinema to facilitate a broader exchange between the international film community & the Indian film Industry. The campaign has consistently built a promising climate for Indian cinema beginning with the India Pavilion at the Marche Du Cannes (Cannes Film Festival) in 2011. NFDC actively promoted India at Toronto International Film Festival (Canada), MIPCOM (Cannes), American Film Market (Santa Monica) and the European Film Market (Berlin) this year.

Digitally Restored DVD’s/VCD’s of yesteryear classics each a seminal landmark in its own right will now be available in Indian Markets. 22 titles, which include Kundan Shah’s classic black comedy Jaane Bhi Do Yaaron, Ketan Mehta’s Mirch Masala and Shyam Benegal’s Suraj Ka Satvan Ghoda & Mammo among others… (NFDC)

Ähnlich wie Südkorea das schon seit längerem erfolgreich praktiziert, bringt nun auch Indien sein filmkünstlerisches  Erbe in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit – zumindest mit Filmen vom Beginn der siebziger Jahre an, seitdem es die Produktionstätigkeit des NFDC gibt.

Den aktuellen Fortgang der Reihe kann man auf Facebook verfolgen.

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Lang ist der Weg

14. April 2011

Die Deutschen und ihre Filmgeschichte, das ist ja nicht unbedingt ein Liebesverhältnis.  Bis heute ist die vollständige Fassung von Metropolis hierzulande noch nicht auf DVD und Blu-ray erschienen, trotz der großen Publizität bei der Entdeckung der verloren Teile in Argentinien. Der Interessierte muss sich die exzellente Ausgabe von Eureka aus Großbritannien besorgen.

So kann man erst recht nicht erwarten, dass zwar bedeutende, aber viel unbekanntere Filme wieder zugänglich gemacht werden. Frank Noack weist heute im Tagesspiegel auf die Aufführung von „Lang ist der Weg“ (Lang ist der Veg) in einem kleinen Berliner Stadtteilkino hin:

„Der erste große Spielfilm über den Holocaust wurde im Sommer 1947 in Deutschland gedreht. Er wäre längst ein Klassiker, hätte ihn die DEFA produziert. Aber Lang ist der Weg entstand in der amerikanischen Besatzungszone, auf dem Boden der späteren Bundesrepublik, und es gibt analog zur DEFA-Stiftung keine Institution, die sich für den westdeutschen Nachkriegsfilm engagiert. „Lang ist der Weg“, ein Achtungserfolg in Venedig und sogar in New York, geriet in seinem Herstellungsland in Vergessenheit, verwaist und entwurzelt wie seine Protagonisten (Montag in den Eva-Lichtspielen). Herbert B. Fredersdorf, der während der NS- Zeit zu seiner jüdischen Ehefrau gehalten hatte, und sein Co-Regisseur Marek Goldstein erzählen die Geschichte einer polnischen Familie vom September 1939 bis zur damaligen Gegenwart.

Der Sohn geht in den bewaffneten Untergrund, der Vater wird vergast, die Mutter überlebt das KZ. Der Titel „Lang ist der Weg“ war als Mahnung gedacht, als Aufforderung, das Wiedersehen von Mutter und Sohn nicht als Happy-End zu deuten. Den langen Weg haben sie erst noch vor sich.“ (Frank Noack: Unterwegs im Engel-Express. Der Tagesspiegel vom 14.4.2011, S. 27)

Doch man ist nicht unbedingt auf das so verdienstvolle Berliner Bezirkskino angewiesen. Das National Center for Jewish Film an der Brandeis University in den USA bietet die restaurierte Fassung mit neuen englischen Untertiteln auf DVD an:

„Long is the Road the first feature film to represent the Holocaust from a Jewish perspective. Made by and about Jewish displaced persons, the film was shot on location at Landsberg, the largest DP camp in U.S.-occupied Germany. Effectively mixing neorealist and expressionist styles, the film follows a Polish Jew (played by Israel Becker, one of the founders of the first professional Yiddish theater company in postwar Germany) and his family from the thriving Jewish community of prewar Warsaw through the horrors of Auschwitz to the frustrations and instability of refugee life in the DP camps, and culminates in the emergence of a hope for rebirth and renewal in Israel. (NCJF)

In Deutschland würde man sich dagegen mehr von solchen Ausgaben auf DVD oder Blu-ray wünschen, wie sie z. B.  Kinowelt von „Der Verlorene“ (Arthaus Premium) herausgebracht hat.


Edition Der österreichische Film 151-175

26. Oktober 2010

Jetzt ist schon die 5. Staffel der Edition Der österreichische Film erschienen (Bericht im Standard). Mit 175 DVDs liegt damit eine Sammlung nationaler Filmkultur vor, die nirgendwo sonst ihresgleichen findet –  u. a. ein Verdienst der beiden Kuratoren Ernst Kieninger und Clauss Phillip. Sie gehören zu jenen cinephilen Multiplikatoren, die der Film-Dienst in seinem neuen Heft mit dem Schwerpunkt Österreich (Zusammenstellung Olaf Möller) als ganz wesentlich für die Filmkultur in diesem kleinen Land ansieht:

„In welchem anderen Land ließe sich eine nationale DVD-Edition wie „Der österreichische Film“ stemmen, die inzwischen 150 Werke umfasst und von Gustav Machatý („Ekstase“) über Wolfgang Liebeneiner („1. April 2000“) und Franz Antel („Der Bockerer“) bis zu Lisl Ponger („Passagen“) und Stefan Ruzowitzky („Tempo“) nahezu alle Facetten umfasst, die zwischen Vorarlberg und dem Burgenland je auf Laufbildern fixiert wurden? (Die Edition, herausgegeben von der Tageszeitung „Der Standard“, soll im Frühsommer auch in Deutschland vertrieben werden.) Für Österreich lässt sich jedenfalls der glückliche Umstand attestieren, dass die Kreativität der Macher auf das Talent cinéphiler Multiplikatoren trifft, die den Werken einen ihnen gebührenden Reflexionsraum verschaffen.“ (Film-Dienst 22/2010:  Filmland Österreich)

In Deutschland kommt lediglich die kleine F.A.Z.-Filmedition „Momente des deutschen Films“ in die Nähe des österreichischen Projekts (siehe dazu den  Artikel von Claudius Seidl). So hat ein großes Land eine kleine Filmkultur und ein kleines eine große. Warum das so ist, dieses Geheimnis verrät uns Josef Hader:

„Film meint bei uns grundsätzlich Kino mit künstlerischem Ansatz. Ein kommerzielles Kino ist ja gar nicht möglich. Man kann in einem Land mit achteinhalb Millionen Einwohnern keine Filme mit eigenem Geld und der Aussicht auf Gewinn machen. Wenn einer in Deutschland eine flotte Plastikkomödie dreht, lässt sich damit viel Geld verdienen. In Österreich geht das nicht, weil die Filme viel zu teuer sind, um kommerziell erfolgreich zu sein. Es ist deshalb eine spezielle Fördersituation entstanden, in der man immer ein künstlerisches Gremium braucht, das die einzelnen Projekte gutheißen muss. Arthouse ist aus diesem Grund in Österreich ein gewinnbringendes Konzept. Jede Produktionsfirma strebt danach, Filme zu machen, die auf Festivals laufen, weil man über die Zuschauerzahlen in Österreich allein nie Erfolg haben kann. Das heißt aber auch, dass die Filmszene eine sehr künstlerische Szene ist. Dort herrscht generell die Ansicht, dass man etwas über die Gesellschaft aussagen sollte, wenn man einen Film macht. Außerdem gibt es eine Art stillschweigender Übereinkunft, dass man sich dabei den Schattenseiten der Gesellschaft widmet – was der Kunst ja gut ansteht.“ (Josef Hader:  Auf Arthouse abonniert – Josef Hader im Gespräch. In: Film-Dienst 22/2010)

Alle Filme der Gesamtedition können bei Hoanzl in Österreich bestellt werden. Von den 25 Titeln der 5. Staffel sind 7 bereits als DVD erschienen, doch die anderen 18 sind brandneu. Infos zu den ersten beiden Staffeln hier und hier.


Korean Film Council Hub-Library

18. März 2010

Eine gute Nachricht für die Freunde des koreanischen Films: Der Korean Film Council hat auch in Deutschland eine sogenannte Hub-Library mit über 700 koreanischen Filmen auf DVD eingerichtet. Sie gehört zur Bibliothek des Instituts für Korea-Studien der Freien Universität Berlin, die in der Erziehungswissenschaftlichen Bibliothek untergebracht ist.

Die Auswahl der Filme erstreckt sich über die gesamte koreanische Filmgeschichte und reicht bis in die jüngste Zeit. Alle DVDs sind englisch untertitelt und damit weitgehend allgemein verständlich. Es ist geplant, die Sammlung auch im überregionalen Leihverkehr der Bibliotheken deutschlandweit zugänglich zu machen. Die Titel sind jetzt fertig bearbeitet und können im Verbundkatalog des Kooperativen Bibliotheksverbunds KOBV recherchiert werden.


Vietnamese Cinema Classics

1. August 2009

Das Asian Film Archive in Singapur bietet unter dem Label Vietnamese Cinema Classics eine kleine Reihe von vietnamesischen Spielfilmen mit deutschen Untertiteln auf DVD an:

Herausgegeben wird die Reihe von der Hanoi Cinematheque (Adresse). Dort sind offenbar noch weitere Titel erhältlich, z. B „The Gamble“ (Original: Canh bac, 1991) – Regie: Trong Ninh Luu.

Hier bietet sich die Gelegenheit, ein Filmland kennenzulernen, das bei uns nur wenig bekannt ist.


A History of Israeli Cinema

16. Juli 2009

Arte France hat den dreieinhalbstündigen Film von Raphael Nadjari über die Geschichte des israelischen Films auf DVD veröffentlicht. „Une histoire du cinéma Israelien“ (The History of Israeli Cinema) (Katalog Forum Berlinale 2009) beschreibt analytisch die Entwicklung des Landes im Spiegel seiner Filme:

„A History of Israeli Cinema erzählt, wie sich der Blick auf eine Gesellschaft entwickelt und geformt hat, die von ethnischen, religiösen und politischen Konflikten zerrissen ist. Der Film versucht diese komplexen Zusammenhänge zu verstehen, anzuprangern oder näher zu ergründen, immer darum bemüht, dies mit der angemessenen Haltung und in stimmiger Form zu tun.
A History of Israeli Cinema ist das Ergebnis jahrelanger Recherchen, gründlicher Studien und zahlloser Sichtungen. In Gesprächen mit Schauspielern, Intellektuellen, Produzenten, Filmemachern, Professoren und Filmkritikern ist eine aufgrund ihrer Vielstimmigkeit und Vielschichtigkeit fragile Geschichte des israelischen Films entstanden. Nicht ein Ergebnis wird hier geliefert, sondern eine Entwicklung beschrieben.“ (Forum – Berlinale 2009)

Die französische DVD-Ausgabe hat deutschen Ton, wird aber von Arte in Deutschland nicht angeboten – wie bei vielen anderen Arte-Editionen auch. Vielleicht gilt bei Arte das Publikum hierzulande als ein wenig unterwickelt, so dass sich ein solches Angebot nicht lohnt?


Between Three Worlds – Filme aus Indonesien

16. Juli 2009

Die Monash University in Australien bietet eine Auswahl indonesischer Filme auf DVD an. Das Label „Between Three Worlds – Asian Films“ umfasst 16 Programme mit Spiel- und Dokumentarfilmen, dazu zwei Filme aus Thailand und einen aus Bangladesch, alle auf VHS-Kassette. 7 Titel sind inzwischen auch als DVD mit englischen Untertiteln und einem Studienheft erschienen. Die anderen werden nach und nach folgen (Katalog).

Lieferbar sind zur Zeit folgende DVD-Ausgaben:

  • Ada Apa Dengan Cinta? (What’s Up with Love?)
  • Dongeng Dari Dirah (The Sorceress of Dirah)
  • Harimau Tjampa (The Tiger from Tjampa)
  • Ibunda (Mother)
  • Indonesia at the margins: Political documentaries and essay films
  • Langitku Rumahku (My Sky, My Home)
  • Secangkir Kopi Pahit (Bitter Coffee)
  • Diese seltenen Filme geben einen Einblick in die Filmkultur Indonesiens, die im Westen kaum bekannt ist. Zuletzt war bei uns das Musical „Opera Jawa“ von Garin Nugroho zu sehen. Von dem Regisseur ist mit Indonesia at the margins: Political documentaries and essay films bei B3W-Asian Films nun auch sein frühes Werk mit einigen Dokumentationen über die indonesische Gesellschaft erschienen. Der australische Kritiker Adrian Martin schreibt dazu im neuesten Heft von Cineaste (Sommer 2009):

    „This DVD project has been assembled with loving care by Asian cinema scholar David Hanan, with the cooperation of the director. Four shorts, ranging from twenty to fifty-seven minutes, are gathered: Water and Romi (1991), a devastating, intimate documentary about the effects of river pollution in Jakarta and slum areas; Kancil’s Story of Independence (1995), a portrait of Yogyakarta’s street kids, which provided the basis for his later feature Leaf on a Pillow (1998); My Family, My Films and My Nation (1998), one of the finest examples of a filmmaker looking back over his own works and placing them in their historical and social context; and Icon: A Cultural Map (2002), a rousing celebration of the West Papuan Congress held in Jayapura in 2000. Hanan’s accompanying essay (the only bonus) explores Nugroho’s perpetual movement between traditional documentary forms and the more reflexive mode of the essay film; watching these works, I was struck at the lively way his career spontaneously reinvents, for the complex Indonesian political situation, everything from Eisensteinian editing to Chris Marker’s wry collage techniques.“ (Staff Recommendations. In: Cineaste, Vol. 34, No. 3, Summer 2009, S. 62)