Tulumba.com – türkische DVDs

26. Oktober 2008

Es ist nicht einfach, sich über den türkischen DVD-Markt zu informieren. Dafür gibt es jetzt eine gut gemachte Website in den USA. Tulumba.com erschließt die einzelnen Titel differenziert auf mehreren Ebenen und bietet meist genaue  Angaben zu Sprachfassungen und Untertiteln. Außerdem hilft die fast durchgängig englische Sprachfassung.

Neben der türkischsprachigen Site Idefix und dem gut gemachten, auch deutschsprachigen Angebot von tikla24 aus Aschaffenburg steht damit ein weiteres nützliches Auskunftsmittel über den türkischen Videomarkt zur Verfügung.

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Movie Mail Monthly Film Catalogue

26. Oktober 2008

Der britische DVD-Webshop Movie Mail bringt seinen Katalog jetzt als monatliches  „Online Magazine“ heraus. Movie Mail Monthly Film Catalogue simuliert eine Zeitschrift, die interaktiv zu nutzen ist und deren Einträge mit der Filmdatenbank von Movie Mail verknüpft sind.

Der Anbieter konzentriert sich auf eine Qualitätsauswahl und war deshalb schon immer eine Hilfe, sich im großen britischen DVD-Markt schnell zu orientieren. Neben den monatlichen DVD-Seiten von Sight & Sound ist das Angebot von Movie Mail ein unverzichtbares Informationsmittel.


Wie lang ist der Long Tail?

28. Juni 2008

In der Havard Business Review ist eine Kritik an Chris Andersons Long Tail-Theorie erschienen (siehe „Search inside“: Chris Anderson: „The Long Tail: Why the Future of Business is Selling Less of More“ / auf Deutsch: „The Long Tail – Der lange Schwanz: Nischenprodukte statt Massenmarkt – Das Geschäft der Zukunft“).

„Should You Invest in the Long Tail?“ fragt Anita Elberse und zieht die Ideen von Chris Anderson in Zweifel:

„In sales of both videos and recorded music—in many ways the perfect products to test the long-tail theory—we see that hits are and probably will remain dominant. That is the reality that should inform retailers as they struggle to offer their customers a satisfying assortment cost-efficiently. And it’s the unavoidable challenge to producers. The companies that will prosper are the ones most capable of capitalizing on individual best sellers.“ (Anita Elberse)

Doch das hat eigentlich nie jemand bezweifelt. Chris Anderson hat gestern im Havard Business-Blog Conversation Starter darauf geantwortet.

Eine spannende Diskussion, zumal das ökonomische Potential des Long Tale doch immerhin eine wenn auch spärliche Begrünung der Bestseller-Wüste verspricht. Für die Buchbranche hatte schon André Schiffrin mit „Verlage ohne Verleger“ die Zerstörung einer anspruchsvollen Buchproduktion durch Renditewahn und Aufgabe der Mischkalkulation beklagt.

Einer der profiliertesten DVD-„Verleger“ in den USA, Dennis Doros von Milestone Films, beschreibt es so:

„The real trick in today’s market is to find why the films are culturally significant and relevant, find a way to express it through your publicity, packaging and marketing, and then work ENORMOUSLY hard getting the word out. What that report is saying really is that it’s just not possible these days to put something out in such a competitive market and expect that there will be enough people to stumble across your product. That’s ALWAYS been true, but if there’s a choice between I AM CUBA for $44.95 or THERE WILL BE BLOOD for $19.95, you have to come up with a very good reason to buy the former. (The multiple choice answer for those who don’t know, is C, that you should buy both!)

And by the way, though this is the justification for archives to work with distributors such as Milestone, Kino and Flicker Alley, I think that the BFI’s success with their commercial division shows that it can be done by other archives. You just have to marry the academic with the commercial and all that entails.“ (Dennis Doros auf AMIA-L)


Indisches Filmerbe bedroht

25. Juni 2008

Während sich alle Welt an kitschiger Bollywood-Ware aus Mumbai delektiert, löst sich das Filmerbe Indiens auf, im wahrsten Sinne des Wortes. In der Hindustan Times vom letzten Montag berichtete Khalid Mohammed in seinem Artikel „Canned Forever“ , dass Klassisker des Hindu-Films regelrecht vernichtet werden. Viele bedeutende Werke der indischen Filmgeschichte sind inzwischen unwiederbringlich verloren:

„Preserve the faith. Perhaps it’s far too late, a cry in the classic wilderness, a mission impossible. At a modest estimate at least 9,000 Hindi language films — this is news as well as a comment — have just skedaddled with the wind. Which is to say, because of a combination of avoidable factors, a chunk of Indian cinema heritage has been lost forever. And more film prints are perishing even as these words are being written…

The life span of a film in its pristine form is not more than a decade, unless it is carefully stored in ideal climactic conditions, periodically restored and ‚treasured‘ as it were. Many film processing laboratories in Mumbai, which stored hundreds of prints, would issue advertisements till three years ago. The ads would state that if the films were not picked up by their copyright holders within a stipulated date, the reels kept in tin cans would be destroyed. Storage costs have spiralled. Moreover many film producers and studios have just not claimed their property…

The original prints of films by eminent filmmakers Mrinal Sen, Mani Kaul and Kumar Shahani are believed to be in a ‚threatened condition‘. Recently, Ketan Mehta was shocked to learn that only a 16 mm print survives at the archive of his seminal film Bhavni Bhavai (1980). Needless to emphasise, there are many more films — good, bad and the significant — that have just evaporated because no one cares. “ (Hindustan Times)

Die Geringschätzung des indischen Filmerbes hat auch dazu geführt, dass nur wenige dieser Klassiker auf DVD erschienen sind, und wenn, dann meist in westlichen Ländern.

Gut gemachte Mailorder-Sites mit Filmen vom indischen Subkontinent bieten bollywooddvds.com in Großbritannien und induna.com in Indien (hier z.B. DVDs und VCDs zu Mrinal Sen, Satyajit Ray, Ritwik Ghatak – leider gibt es diese Seiten nicht zu den weniger bekannten Regisseuren).


Judaicawebstore

18. Februar 2008

DVDs aus Ländern mit nichtlateinischen Schriften sind immer schwer zu recherchieren. Für israelische Filme mit englischen Untertiteln gibt es den englischsprachigen Mailordershop Judaicawebstore in Jerusalem, der Titel in PAL (Israel) und NTSC (USA) anbietet, darunter offenbar auch US-Editionen. Von der Rechtelage her kann man meist davon ausgehen, dass israelische Filme ohne englische Untertitel in den USA mit entsprechenden Untertiteln erhältlich sind.

Judaicawebstore entspricht dem Webstore der Jerusalem Post (israzon.com). Ebenfalls zu empfehlen ist der hebräischsprachige Vertrieb Third Ear, der eine englischsprachige Titelliste anbietet (International Ear). Über die angegebene Mailadresse kann man den Versand organisieren. Ein weiterer Mailordervertrieb für israelische Filme ist Israel Music (englisch). Anbieter in den USA vor allem mit Filmen zur jüdischen Kultur finden sich hier. Sehr zu empfehlen ist auch der US-Versender Facets, bei dem man unter „Categories > country of origin“ nach Israel suchen kann und 470 Treffer erhält (VHS und DVD).


Nationalarchiv verkauft über Amazon

31. Juli 2007

Wie die Washington Post heute unter der Überschrift „Amazon to Copy and Sell Archives‘ Footage“ meldet, wird amazon.com über seine Firma CustomFlix Filmmaterial des Nationalarchivs der USA, der National Archives and Records Administration (NARA), digitalisieren und auf DVD über seinen Mailorderservice anbieten:

„The National Archives and Records Administration announced yesterday that it has reached a non-exclusive agreement with Amazon.com and one of its subsidiaries to reproduce and sell to the public copies of thousands of historic films and videotapes in the Archives‘ holdings…

„Our initiative with CustomFlix Labs will reap major benefits for the public at large and for the National Archives,“ Allen Weinstein, archivist of the United States, said in a written statement. „While the public can come to our College Park, Md., research room to view films and even copy them at no charge, this new program will make our holdings much more accessible to millions of people who cannot travel to the Washington, D.C. area.“ (Michael E. Ruane, Washington Post)

Mehr Details in der Presseerklärung des NARA vom Montag: „Thousands of National Archives Films to Be Made Available Through CustomFlix Labs“. Die ersten 19 DVDs sind bereits bei amazon.com unter dem Stichwort National Archives gelistet.

Eine ähnliche Vereinbarung hatte CustomFlix bereits mit dem NBC News- Archiv getroffen.

Nachtrag vom 3.8.2007: Kritik an der Vereinbarung aus dem Blog Behind AotW: „Selling the Archives II“ (Hinweis aus Archivalia: „US: NARA deal with Amazon“).

Nachtrag vom 7.8.2007: Bericht von Barbara Quint zu dieser Vereinbarung des NARA mit Createspace (exCustomflix), „National Archives Partners With CreateSpace and Amazon to Digitize Movies“

Nachtrag vom 9.8.2007:  Rick Prelinger hat nachgefragt und den Vertragstext zwischen NARA und Amazon bekommen, einsehbar in seinem Weblog Blackoystercatcher. Andere Einrichtungen, z.B. in Deutschland sind in solchen Dingen ja weniger mitteilungsfreudig.


Kabuki Meisakusen

11. Juni 2007

Das japanische Fernsehen NHK hat in den letzten Monaten zahlreiche Aufzeichnungen klassischer Kabuki-Inszenierungen aus seinem Archiv auf DVD veröffentlicht. Der ersten Serie von 16 Stücken im Jahr 2004 sind nun Ende letzten und Anfang dieses Jahres 17 weitere gefolgt. Alle Titel sind unter den Stichworten „Kabuki Meisakusen“ bei cdjapan recherchierbar und per Mailorder bestellbar.

Die Aufzeichnungen stammen aus dem Kabuki-Za Theater in Tokio. Die DVDs enthalten einen optionalen englischen Kommentar der Spezialisten für das japanische Theater, Paul G. Griffith und Valerie Durham:

„Paul Griffith provides the excellent narration, which not only explains the action onstage, but also frequently gives historical facts on the art form, allowing the inexperienced to understand the unique storytelling technique. “ (David Hirsch)

Teil der neuen Serie von Kabuki-Aufführungen sind auch 4 DVDs mit den wichtigsten Auszügen aus „KANADEHON CHUSHINGURA“ (Tale of the 47 Ronin), das mehrfach verfilmt worden ist, u.a. 1941 von Kenji Mizoguchi (Genroku ChushinguraDie 47 Samurai).

Die Aufzeichnungen dokumentieren das Spiel der bedeutendsten Kabuki-Darsteller des 20. Jahrhunderts und machen diese Theaterform für das Publikum außerhalb Japans auf sinnliche Weise erfahrbar. Einige der Darsteller gehören zum „lebenden nationalen Erbe“ Japans.

Zu einem der größten Darsteller weiblicher Rollen im Kabuki, Tamasaburo Bando, gibt es außerdem eine Serie mit Kabuki-Tänzen, Tamasaburo Bando Buyou Shu, bzw. Tamasaburo Bando Butoushuu, ebenfalls aus aus dem Kabuki-Za Theater in Tokio und mit einem optionalen englischen Kommentar des Oxforder Spezialisten Paul G. Griffith (Grifftih hat auch die „Ear Phone“-Kommentare für das westliche Publikum des Kabuki-Za Theaters verfasst).