From Betamax to Blockbuster

16. Juni 2011

Wie die ersten Videothekengründer in den USA Ende der 1970er Jahre die neuen Home-Videorekordersysteme Betamax und VHS von einer Maschine zum „time shifting“ für das Fernsehen in eine Maschine für das befreite Filmesehen außerhalb des Kinos umdefinierten, das beschreibt das Buch „From Betamax to Blockbuster: Videostores and the Invention of Movies on Video“ (mehr in google.books).

Die Arbeit von Joshua M. Greenberg, heute Director of Digital Strategy an der New York Public Library, basiert im wesentlichen auf umfangreicher „Oral History“, u. a.  mit Hilfe der Website videostoreproject.com  und der Auswertung privater Archive von damals Beteiligten. :

„Josh Greenberg has given us a new way of viewing what we thought was a familiar story: the widespread adoption of the video cassette recorder in the home. Instead of just being about watching the Tonight Show the next morning, the device became the platform for collecting, archiving, sharing, and learning from a vast archive of film and video. The VCR permanently altered the American mediascape and Greenberg shows us why and how.“  Siva Vaidhyanathan, author of Copyrights and Copywrongs: The Rise of Intellectual Property and How it Threatens Creativity

Bei der Interpretation seines Materials stützt sich der Autor auf Vorstellungen, wie sie Ruth Schwartz Cowan in ihrem Aufsatz „The Consumption Junction: A Proposal for Research Strategies in the Sociology of Technology“ (pdf) vorgeschlagen hat.

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L‘ enfer von Clouzot auf Blu ray

3. Juni 2011

Flicker Alley in den USA hat unter dem Titel „Inferno“ die Dokumentation L‘ enfer d‘ Henri-Georges Clouzot von Serge Bromberg und Ruxandra Medrea mit den Fragmenten von Henri-Georges Clouzots unvollendetem Film „L‘ enfer“   auf Blu ray(+ DVD)  herausgebracht (Regionalcode A, engl. Untertitel nicht ausblendbar).

Das Material der 1964 begonnenen Produktion war lange nicht zugänglich, bis Serge Bromberg sich 2005 an die Aufarbeitung machte:

„Ein unvollendeter und unsichtbarer Film, ein rätselhaftes, unwahrscheinliches Meisterwerk. Das war wie eine Herausforderung, fast ein Spiel, und ich nahm mir an jenem Tag vor, mich auf die Suche nach den Filmbüchsen zu machen, die wir für verloren hielten. (…) Ich beschloss, die Zeugen aufzusuchen. Ich musste die Geschichte kennenlernen, um sie besser erzählen zu können. Ich wusste damals noch nicht, dass sie uns bis heute, nach drei Jahren Recherche, teilweise verborgen bleiben würde. Clouzot hatte ein seltsames Labyrinth gezeichnet, dessen Ausgang ich nicht kannte.“ (Serge Bromberg. In: Arthaus – Kinowelt)

In Deutschland ist der Film in der Reihe Arthaus Premium bei Kinowelt auf DVD erschienen. Diese Ausgabe enthält zusätzlich Clouzots letzten Film „La prisonnière“ von 1968.


Sennentuntschi

3. Juni 2011

Der Schweizer Film „Sennentuntschi“ ist jetzt auf DVD und Blu ray erschienen. Der „Anti-Heimatfilm“ (Film-Dienst), herausragend durch Kamera und Ausstattung,  war im letzten Jahr einer der erfolgreichsten Filme in der Schweiz, zum großen Teil durch Mundpropaganda.

„Der ist erstaunlich gut, aber er ist nicht für alle. Denn Steiner drehte ein süffiges, vollmundiges und hin und wieder ins Trashige abgleitendes Gruselmärchen vor Alpenkulisse. Sex, Absinth, Gewalt und Religionskritik – solche schönen Sachen geben den Ton an. Steiner zeigt dabei einmal mehr, dass er primär ein Showman ist und von Subtilität wenig hält. Der Vorspann ähnelt zum Beispiel jenem von „Seven“ begleitet von einem Soundtrack à la Danny Elfman. Und später plaziert er die Kamera stets im aufsehenerregendsten Winkel, holt aus Szenen das Maximum an Unterhaltungswerten heraus. (…) Letztendlich ist es aber das Gesamtpaket, das überzeugt. Eine aufdringliche, aber stets eindrückliche Optik. Ein lauter, aber immerzu energischer Soundtrack. Talentierte Schauspieler und eine schicke Ausstattung. Ein paar heftige Sexszenen mit frauenfeindlichem Unterton (bedingt durch das Thema des Films). Ebenso heftige Gewaltszenen mit überzeugenden Tricks. Und eine Story, die schön gfürchig und urchig die Sennentuntschi-Geschichte modernisiert, aber dennoch klassisch belässt.“ ( molodezhnaja. Zitiert in: artfilm.ch)

Sennhausers Filmblog sieht durchaus aktuelle Zusammenhänge:

„Michael Steiner und sein Drehbuchautor Michael Sauter haben die Sage von der mörderisch belebten Alpensexpuppe aus Besen, Stroh und Lumpen mit einem giftigen Dreh aktualisiert. Die Geschichte ist eingebettet in eine aktuelle Rahmenhandlung, spielt aber 1975 – und sie spielt mit einem Schrecken, den man damals noch gar nicht kannte: Mit den Keller-Kindern wie Natascha Kampusch oder dem Fall Fritzl. “ (Sennhausers Filmblog)

DVD und Blu ray auf Schweizerdeutsch  mit engl. Untertiteln.