Kinder- und Jugendfilm Korrespondenz online

16. Dezember 2008

Einer der besten Pools von Kritiken zu Kinder- und Jugendfilmen ist seit Oktober 2008 online. Die Volltexte aller Ausgaben der Zeitschrift „Kinder- und Jugendfilm Korrespondenz“ sind kostenlos im Web zu recherchieren und zu lesen. Nur die der jeweils letzten beiden Jahre bleiben den Abonnenten vorbehalten. Neben den weit über 1.000 Filmkritiken, darunter auch solche von Kindern selbst, werden 400 Interviews und Hintergrundartikel vom Regisseurporträt bis zur Arbeitshilfe geboten. Auch die monothematischen Sonderdrucke werden mehr und mehr als Volltext ins Netz gestellt:

„Wie keine andere deutschsprachige Zeitschrift hat die vierteljährlich erscheinende „Kinder- und Jugendfilmkorrespondenz“ seit nunmehr 28 Jahren die nationale und internationale Entwicklung im Kinder- und Jugendfilmbereich begleitet, mitunter initiiert, nicht selten beeinflusst. In Fachkreisen ein geradezu unverzichtbares Informations- und Arbeitsmittel, war die KJK bisher aber (fast) nur in diesen Fachkreisen bekannt und im Netz inhaltlich kaum vertreten…

Diese einzigartige Sammlung .. ist auch ein unverzichtbares Kompendium für die tägliche Filmarbeit und für alle Filminteressierten.“ (KJK Nr.116-4/2008, S.2)

Dem kann man nur zustimmen. Neben dem Lexikon des internationalen Films, Kinderfilm-Online, den TOP-Videonews und Flimmo gibt es jetzt eine weitere wichtige Ressource für Rezensionen von Kinder- und Jugendfilmen, die sonst so schwer zu finden sind.

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Forum des images – das Kino der Zukunft?

13. Dezember 2008

Letzte Woche wurde in Paris die Rue de Cinema, die Filmstraße eingeweiht. Neben einem kommerziellen Multiplex eröffnete das Forum des images, ergänzt durch die Filmbibliothek „Francois Truffaut“.

Hier hat die Zukunft des Kinos als Kultureinrichtung bereits begonnen, hier kann man sie schon erleben, in einem Ambiente wie in der Raumstation von Kubricks „2001“. Verner Panton hat beim Entwurf des Büros cabinet X-Tu offenbar Pate gestanden – ein erster Eindruck von dieser zwanzig Jahre alten Institution, die sie sich neu erfunden hat.

Forum des images (Konzept – pdf), das ist wortwörtlich ein Forum, ein intellektueller Marktplatz für alle Filmenthusiasten mit einem differenzierten Angebot vom individuellen Sehplatz mit Online-Zugriff auf 6.000 digitalisierte Filme bis zum digitalen Festivalkino mit 500 Plätzen, gemacht für ein Publikum, das vom eineinhalbjährigen Kind bis zum Filmwissenschaftler reicht, vom jeune public bis zur Académie. Die offene Bildungsgesellschaft der Zukunft, im Forums des images kann man sie schon ausprobieren! (weitere Infos – ähnliche Einrichtungen bietet das National Film Board of Canada mit seiner CineRobotheque in Montréal und der Mediatheque in Toronto).


Filmverlag der Autoren Edition

12. Dezember 2008

Lange erwartet, doch nun ist es endlich heraus: Am 6. Februar 2009 veröffentlicht Arthaus die Filmverlag der Autoren Edition mit 50 DVDs. Davon erscheinen 22 Filme zum ersten Mal auf DVD. Ein fast vergessener Abschnitt westdeutscher Filmgeschichte der 70er und 80er Jahre wird wieder sichtbar. Die turbulente Geschichte dieses als Selbstorganisation der deutschen Autorenfilmer gegründeten Verleihs hat viele Filme hervorgebracht, die der gesellschaftlichen Mentalität jener Jahre Ausdruck verliehen haben.

Neben zahlreichen Extras und einem 160 seitigen Bildband mit „einem sehr persönlichen Vorwort von Wim Wenders“, wie es bei Arthaus heißt, ist auch der Film „Gegenschuss – Aufbruch der Filmemacher“ von Dominik Wessely enthalten:

„Aufbruch der Filmemacher stellt die wichtigsten Protagonisten des deutschen Filmwunders der 1970er Jahre vor und fragt nach den gesellschaftspolitischen Hintergründen dieser einzigartigen Erfolgsgeschichte: Denn der Kampf einer kleinen Gruppe junger, unabhängiger Autorenfilmer für selbst bestimmte Arbeitsbedingungen, gegen die Fremdbestimmung durch eine kapitalstarke Altproduzentenbranche – das ist auch der Konflikt zwischen der ersten deutschen Nachkriegsgeneration und ihren Vätern, die das Handwerk noch in der Filmindustrie des Dritten Reiches erlernt haben. Interviews, Filmausschnitte und seltene, teilweise noch unveröffentlichte Archivaufnahmen verweben die Filmemacher Laurens Straub und Dominik Wessely zu einer rise-and-fall story, die über alle Ingredienzien einer großen Kinoerzählung verfügt: Freundschaft. Erfolg. Eifersucht. Zerstörung. Tod.“ (Kinowelt)

Die Box mit den 50 DVDs ist die große Quellensammlung zu diesem Film. Kinowelt hat uns damit einen großen Dienst erwiesen.


Blu-ray Disc Demystified

12. Dezember 2008

Wer die Blu ray-Technik ganz genau, d.h. auf professioneller Ebene kennenlernen will, für den hat Jim Taylor, seit Anbeginn der DVD bekannt für seine Website DVD Demystified, jetzt zusammen mit drei anderen Experten das Buch Blue-ray Disc Demystified veröffentlicht. Doch das neue Werk hat wenig mit der populären Ratgeberseite für DVD zu tun.

Jim Taylor, Charles Crawford, Mitbegründer von Television Production Services, Chris Armbrust, Gründer von Marin Digital und Michael Zink, „director advanced technology“ bei Technicolor wenden sich mit diesem Standardwerk vor allem an Produzenten und gehen deshalb bis in die Details dieses HD-Formats:

„The book isn’t for fanboys looking to celebrate Blu-ray’s victory over HD DVD. Rather Demystified acts as a tip book for Blu-ray developers, offering all the nuts and bolts about the format, as well as applications for working with Blu-ray. Comparisons between DVD creation vs. Blu-ray are prevalent.
“The bad news is that the Blu-ray format is vastly more complex than DVD,” Armbrust said. “The good news is that the [Blu-ray Disc Association] has made a commitment to quality control.”
The book offers chapters on Blu-ray content protection, facts and myths about the technical issue of Blu-ray, and reasons why Blu-ray works, and even reasons it doesn’t.
“One of the reasons we keep coming back to Blu-ray as the [high-definition] standard is the bit rates,” Armbrust said. DVD has a maximum video bit rate running at about 10 mbps, with Blu-ray coming in as high as 48.“ (Home Media Magazine)


Joris Ivens DVD-Box

11. Dezember 2008

Die hier schon angekündigte DVD-Box mit Filmen von Joris Ivens erscheint im Dezember in den Niederlanden bei Just Entertainment, bekannt für ihre herausragende Bert Haanstra-Box.

Die Europese Stichting Joris Ivens hat jetzt die genaue Filmauswahlliste der Box mit 5 DVDs bekanntgegeben. Joris Ivens Wereldcineast wird einige Hauptwerke des Dokumentaristen enthalten, u.a. „Regen“ mit drei verschiedenen Tonfassungen und „Spanische Erde“ mit den beiden Kommentaren von Ernest Hemingway und Orson Welles. Fast alle Filme der DVD-Box gelten heute als Klassiker des Dokumentarfilms.

Einige Titel waren vorher schon auf DVD zugänglich, so „Regen“ mit der Musik von Hanns Eisler, „The Power and the Land“, „The 400 Million“ und „Spanish Earth“ mit den Kommentaren von Hemingway und Welles. Jetzt erscheinen sie neu restauriert zusammen mit bisher kaum zugänglichen Klassikern wie „De Brug“, „Borinage“, „Nieuwe Gronden“ und „Le 17ième Parallel“. Gespannt sein darf man auf selten zu sehende Filme wie „La Seine a rencontré Paris“, „… à Valparaiso“ und „Pour le mistral“:

„All films have been extensively researched by the Ivens Foundation in numerous collections all over the world, and great care has been taken to find or restore every film to its (most) authentic state. The audio-visual company Edit’B, which is based in the city of Nijmegen, Ivens’ place of birth, has worked intensively for the last two years on the digital restoration of the material, totalling more than a million film frames. The DVD-box will be accompanied by a book, containing extensive information on all the films.“ (Europese Stichting Joris Ivens)

Die Edition erscheint dreispraching mit niederländischen, französischen und englischen Untertiteln – lieferbar u.a. hier oder hier.


Blu ray erreicht die Cineasten

2. Dezember 2008

Der heute erscheinende FILM-DIENST würdigt die cineastischen Qualitäten der Blu ray-Disc. Jörg Gerle schreibt in Digitale Revolution – das neue „Wunderobjekt“ Blu-ray:

„Wenn die Randbedingungen stimmen, erlebt man Kinofilme dank Blu-ray künftig so, wie man es sich bislang nicht vorstellen konnte…

Was im wahren Sinne des Wortes ins Auge springt, ist die signifikant gestiegene Bildqualität. In der Theorie heißt das abstrakt eine Steigerung von 720*480 Pixel (DVD) auf 1920*1080 Pixel (Blu-ray), sprich bei gleicher Bildgröße eine mehr als doppelt so hohe Auflösung. In der Praxis bedeutet es: gestochen scharfe Schrift (selbst in den mitunter äußerst winzigen, sonst kaum lesbaren Abspanntiteln) sowie eine mitunter fast schon dreidimensional wirkende Tiefenschärfe und Farbenpracht. Auch Filme aus dem guten alten Zelluloid-Zeitalter bieten – weiterhin natürlich abhängig vom Master-Band – einen beachtlichen Qualitätsgewinn. Die im Vergleich zur DVD um ein Vielfaches höhere Speicherkapazität des Blu-ray-Mediums ermöglicht einen weniger komprimierten Transfer eines Films und vermeidet die damit einhergehenden Artefakte.

Auch der Ton ist bei den „blauen“ Disks nicht zuletzt aufgrund des größeren Speicherplatzes verbessert. Neue Tonformate wie Dolby TrueHD, PCM oder DTS-HD bezeichnen weitgehend unkomprimierte, respektive verlustfrei komprimierte Audioformate, die auf bis zu acht diskreten (sprich voneinander trennbaren) Kanälen hochwertige Tonsignale senden.“ (Jochen Gerle, Film-Dienst)

Jochen Gerle stellt im Film-Dienst auch einige in Deutschland erschienene Blu ray-Discs vor:

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