DVD Journal schliesst

31. August 2007

Eine traurige Nachricht: „The DVD Journal“ , eines der zuverlässigsten und anregendsten Web-Journale mit „DVD news, reviews, commentary, and stuff like that“ hat am letzten Mittwoch seine Dienste eingestellt. Zum Abschied gibt es unter dem Titel „Dimming the lights“ vom Herausgeber einen interessanten Aufsatz zu zehn Jahren DVD, die auch die Zeit des „DVD Journal“ im Internet waren. DVD und Internet sind nahezu gleichzeitig entstanden und das Internet hat dazu beigetragen, die DVD zu einem Medium der Filmkultur zu machen:

„The arrival of DVD was bolstered by the near-simultaneous arrival of the World Wide Web. Indeed, for a lot of folks, DVD and the Internet have been inseparable elements of a single success story. The partial democratization of mass publishing — which (before blogs) was virtually limited to tech-savvy webmaster-types who also would likely find the DVD format fascinating — sparked several new websites, including early vanguards like The DVD Resource Page, The Digital Bits, and DVDFile.com. These websites, and the others who followed in their wake, did more than just offer the latest industry gossip and movie reviews. They kept the DVD industry honest by making sure that the earliest of consumers were radically informed about their purchases. In fact, thanks to DVD websites, the „blind“ purchase has never been necessary. For consumers willing to research via mouse-clicks, DVD websites have offered a wealth of details about any given DVD’s transfer quality and extras, often before new products reach store shelves.
Combine that with the fact that websites could be published not just once a day, but updated several times per day, by multiple writers. Without that, DVD might look very different in 2007…“ (The DVD Journal)


Manufactured Landscapes

30. August 2007

Die kanadische Filmemacherin Jennifer Baichwal hat den Photographen Edward Burtynsky bei seiner Arbeit in China begleitet. Burtynsky stellt mit einer Großbildkamera die künstlich fabrizierten Landschaften der Industriegesellschaft dar. Der Film „Manufactured Landscapes“ versetzt den Zuschauer in einen Zwiespalt zwischen der monströsen Gestalt dieser „Landschaften“ und der Faszination ihrer Form:

„Eine Fabrik, die 20 Millionen Bügeleisen jährlich herstellt. Ein Damm so unermesslich gross, dass 13 Städte niedergerissen und über 1 Million Menschen umgesiedelt werden müssen. Eine Stadt, in der sich Wolkenkratzer erstrecken, wohin das Auge reicht. Dies sind Motive vor der Kamera des weltbekannten Fotografen Edward Burtynsky. MANUFACTURED LANDSCAPES begibt sich mit ihm auf die Reise durch China, verfolgt die massive industrielle Revolution dieses Landes und besucht Orte, die bei uns im Westen noch nie zuvor zu sehen waren.
Wie Burtynskys erstaunliche und irritierende Fotografie sinniert auch der Film über die Einflüsse des Menschen auf unseren Planeten, ohne je vereinfachende Lösungen oder Antworten zu liefern. Dabei fordert der Film unser eigenes Urteil heraus, verändert unsere Wahrnehmung der Welt und wie wir ihr begegnen.“ (Xenix Film)

Eine ausführliche Kritik des Films von Adam Nayman ist in POV, der Zeitschrift der Documentary Organisation of Canada, erschienen. Die Originalfassung ist bei amazon.com bestellbar.


documenta-Filmprogramm auf DVD

29. August 2007

Alexander Horwath, der Leiter des Österreichischen Filmmuseums, hat für die documenta das Programm „Zweimal leben – das documenta 12 Filmprogramm“ zusammengestellt, das alle Gattungen und Genres umfasst. Der Film in seinen vielfältigen Ausprägungen soll nicht wie üblich in verschiedene Schubladen gesteckt werden, sondern soll als EIN Ereignis erlebbar sein, in einer gemeinsamen Form, dem Kino, „als Aufführung, als Performance mit einer spezifischen, vom Zuschauer nicht steuerbaren Dauer“. (Alexander Horwath). Alexander Horwath über das Filmprogramm der documenta 12 in der Sendung „Kinozeit“:

… Also diese Art des Irritierens der gewohnten Kategorien auch: Spielfilm, populärer Spielfilm, Blockbuster-Kino, sogenanntes Art House-Kino, Dokumentarfilm, experimenteller Film. Wir sind umgeben von so schulmäßigen Laden, in denen bestimmte Arten von Filmen abgelegt sind, oder Mappen, in denen sie hängen. Und das ist eine für mich sehr unfruchtbare Weise, diesem Medium zu begegnen. Und ich hoffe, dass diese Art des Gesprächs zwischen Filmen, die ich da vorschlage, einige Menschen dazu bringt, den Film als freieres Gelände zu begehen.“ (Alexander Horwath)

Wer sich dauerhaft auf diesem Gelände einrichten will, kann sich die meisten dieser Filme auch auf DVD (oder manche noch auf Video) beschaffen. Hier ist die Linkliste der lieferbaren Filme aus den 50 Programmen für 100 Tage:

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Scivee

25. August 2007

Mit Filmen lassen sich komplizierte Abläufe und Zusammenhänge in den STM-Wissenschaften oft gut veranschaulichen. Infobib berichtet von einem neuen Portal für solche Wissenschaftsfilme:

„Eine Art Youtube für die Wissenschaft soll mit SciVee geschaffen werden, einem Kooperationsprojekt der Public Library of Science (PLoS), der National Science Foundation (NSF) und des San Diego Supercomputer Center (SDSC). (Infobib)

Scivee wäre für die häufig kurze Form wissenschaftlicher Filme genau das Richtige, zumal sich diese Clips dann auch gut in Präsentationen und entsprechende fachliche Arbeiten integrieren ließen.


Packard Campus der Library of Congress

25. August 2007

Die Library of Congress hat am 26. Juli 2007 das Packard Campus in Culpeper übernommen – offizieller Name National Audio-Visual Conservation Center. Damit kann die weltweit größte audiovisuelle Sammlung, die vorher schwer zugänglich auf fünf Gebäude verteilt war, nun an einer Stelle untergebracht und für Interessierte besser angeboten werden. Variety berichtete gestern dazu:

„The facility represents a revolution in access,“ says Gene DeAnna, head of the Library of Congress‘ recorded sound section. „It is preservation, yes, but preservation for access.“
Researchers requesting rare films or sound recordings used to request them at the library’s main branches in downtown D.C., then waited — usually days — for them to be transferred from the warehouse. Initial requests will continue to be made at the main branches, but waiting time will be reduced significantly.

In Culpeper wird intensiv und in großem Stil restauriert:

„A large part of the new facility’s mission is to make digital copies of early film and sound recordings that are already deteriorating. So far, the facility has converted about 55,000 gigabytes of material, but that’s a drop in the digital bucket, DeAnna says: The preservation effort will create upward of 2 million gigs per year, all eventually available via mouse click.” (Variety)

Mehr Informationen in der Pressemitteilung, im Blog der Library of Congress , in der Washington Post und auf der MIC-Website.

Nachtrag vom 7.9.2007: Cinema Saver von Richard von Busack; Archivists have place of their own to save past von Brooks Boliek.


Hukkle

25. August 2007

 

Michael Brookie weist in seinem Kinoblog auf den surrealistischen Horrorfilm „Hukkle“ (auf Deutsch „Schluckauf“) aus Ungarn und auf die verschiedenen DVD-Fassungen hin, in denen er international lieferbar ist. In seinem Beitrag Hungarian horrors empfiehlt er die ungarische Ausgabe (RC2/PAL), deren Bildqualität und Ausstattung ebenso wie die amerikanische Version (RC1/NTSC) herausragt, dazu aber noch DTS 5.1-Ton bietet, was dem Film genretypisch eine besondere Dimension hinzufügt. Meiden sollte man dagegen die britische Ausgabe, die wohl die meisten gekauft haben, wegen ihrer schlechten Tonausstattung, was bei diesem Film eine große Rolle spielt, und wegen der fehlenden Extras (Test hier).

Michael Brookie weist hier auch auf einen der schlimmsten Mängel für den europäischen DVD-Markt hin, nämlich die exzessiven Zensureingriffe des BBFC, des British Board of Film Classification, das immer wieder Filme hemmungslos verstümmelt (mehr in Wikipedia). Solche beschädigten Fassungen werden auch in andere europäische Länder exportiert, in denen viele Filme des britischen Markts nicht auf DVD erscheinen.

Man sollte sich also die beste Fassung für diesen Film beschaffen, der fasziniert und einem nicht so schnell aus dem Kopf gehen wird:

„I was lucky enough to see Hukkle without any advance warning… Like most viewers, I found it highly disconcerting at first, but once I’d grasped the principle that it essentially extended the concept of Microcosmos and similar natural history documentaries to encompass the human occupants of a small village, I took to it immediately. (Michael Brookie)


The Valentino Collection

25. August 2007

Das kleine , aber renommierte Stummfilmlabel Flicker Alley, das bereits mit Feuillade und Murnau hervorgetreten ist, hat eine DVD mit bisher unveröffentlichten Filmen von Rudolph Valentino angekündigt. „The Valentino Collection“ erscheint in Zusammenarbeit mit Turner Classic Movies:

„”THE VALENTINO COLLECTION” is the definitive Rudolph Valentino DVD compilation containing digital reconstructions and DVD premieres of four unavailable Rudolph Valentino films–the “lost” Valentino production „The Young Rajah“ (1922) [Bericht über die Restaurierung] and „Stolen Moments (1920), fea­turing new musical scores by Jon Mirsalis; „A Society Sensation“ (1918), featuring Bob Mitchell at the pipe organ; and „Moran of the Lady Letty (1922) , featuring a restoration of the film’s original intertitle text and tinting and a new score by Robert Israel.” (Turner Classic Movies)

Daneben enthält die Edition eine Fülle von Materialien über Rudolph Valentino, u.a. auch 5 Kurzfilme und die kurze Dokumentation „Valentino Forever“.

Stummfilme werden heutzutage auf DVD vor allem deshalb wieder zugänglich gemacht, weil sich einzelne Liebhaber dafür engagieren, wie z.B. Jeffrey Masino mit der Firma Flicker Alley:

„Flicker Alley, LLC was founded in 2002 out of Jeffery Masino’s passion for silent films, his fascination with film preservation and a desire to bring filmmakers and films from this era to new audiences and renewed recognition. Each Flicker Alley project is the culmination of many hundreds of hours of research, digital restoration and music production. Flicker Alley’s DVD editions represents a commitment to quality that has achieved national and international acclaim, including garnering respective “Best of the Year” mentions…

The company, in association with Turner Entertainment Networks is currently preparing new digital editions of two rarely seen films by French master Abel Gance—J’Accuse (1919) and La Roue (1923), both making their Turner Classic Movies broadcast debut in Spring 2008.” (Turner Classic Movies)