First Ladies – Early Women Filmmakers

7. April 2008

Kino in New York bringt 5 Stummfilme, die von Frauen in den Jahren 1915 bis 1925 in den USA gedreht worden sind, auf 3 einzelnen DVDs heraus. Bei Kino selbst kann man sie auch im „bundle“ First Ladies – Early Women Filmmakers direkt bestellen.

Jessica Rosner von Kino (Interview) hatte diese Filme vor einigen Jahren in kleiner Auflage auf Videokassetten herausgebracht, eine Edition, die leider viel zu wenig Publizität hatte. Jetzt sind die Filme in restaurierter Form allgemein auf DVD zugänglich:

  • Hypocrites, Lois Webers kontroverser Film, mit dem sie weithin bekannt wurde:“ Lois Weber’s HYPOCRITES, was a bold indictment of political corruption, the church, and the business world. Much of the film has a pictorial quality. Many of the scenes are carefully composed, to make visually beautiful patterns. In a dual role, the lead actor plays a monk who sees the hypocrisy of the world and a minister who is stoned to death by his congregation for unveiling a statue of „The Naked Truth.“ As film historian Kevin Brownlow relates, „Audiences flocked to see the nudity and were then obliged to sit through the moral lesson.“ Critics were astonished. Variety proclaimed, „After seeing it, you can’t forget the name of Lois Weber!“ (Trent Bolden, IMDb)
  • Eleanor’s Catch, „a lovely short“ (Jessica Rosner)
  • The Ocean Waif, eine Parodie auf Liebesgeschichten vom Typ „Pygmalion“, von der ersten Regisseurin der Filmgeschichte, Alice Guy Blaché (siehe auch Gaumont – Le cinéma premier)
  • 49-17, eine Westernparodie von Ruth Ann Baldwin
  • The Red Kimona, das Gemeinschaftsprojekt von drei Frauen, Adela Rogers St. John, Dorothy Arzner und Dorothy Davenport Reid.

Nachtrag vom 30.4.2008: Dave Kehr bespricht die Box in der New York Times.

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Gaumont le cinema premier

5. April 2008

Gaumont Vidéo und die Archives Gaumont veröffentlichen in Frankreich die erste Box der Reihe Le Cinéma Premier mit frühen Stummfilmen, hier aus der Zeit von 1897 bis 1913. Auf 7 DVD werden 94 Filme von Alice Guy, Louis Feuillade und Léonce Perret enthalten sein. Alice Guy hat ab 1896 über 300 Filme gedreht, darunter den ersten Spielfilm der Filmgeschichte, „La fée aux choux“, der in dieser Ausgabe enthalten sein wird. Außerdem werden „La naissance, la vie et la mort du Christ“ und 63 weitere Filme von ihr auf 2 DVD veröffentlicht, dazu eine Dokumentation über ihr Leben. Louis Feuillade, von dem bereits die drei Serials „Fantomâs“, „Judex“ und „Les Vampires“ auf DVD erschienen sind, kann nun in einer noch größeren Vielfalt an Genres mit 11 Kurzfilmen und 3 Filmen aus der in authentischer Umgebung gedrehten Serie „La Vie telle qu’elle est“ auf 2 DVD entdeckt werden. Von Leonce Perret werden 11 Kurzfilme und die beiden Langfilme „L’enfant de aris“ und „Le roman d’un mousse“ auf 3 DVD enthalten sein.

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DVDRama hat mit Sonia Buchman von Gaumont Vidéo gesprochen und die Informationen in einem kurzen Bericht zusammengefasst. Die DVD-Box erscheint am 17.4.2008 (Presseerklärung von Gaumont Vidéo mit Details zum Inhalt). Sie wird insgesamt 20 Stunden Film umfassen und ein illustriertes Beiheft enthalten. Hier die Filme im Einzelnen:

LOUIS FEUILLADE :
DVD 1 : 11 courts-métrages mis en musique par Patrick Laviosa. : Le Récit du colonel (1907), Une dame vraiment bien (1908), Bébé tire à la cible (1911), Bout de Zan vole un éléphant (1913), Erreur tragique (1912), Le Cœur et l’argent (1912), La Nativité (1910), L’Orgie romaine (1911), L’Agonie de Byzance (1913), Le Printemps (1909) et La Fée des grèves (1909).
Suppléments : La Veine comique, Sales gosses !, Un précurseur de Cecil B. de Mille, Une troupe et Le Miroir de l’écran. 5 modules thématiques montés à partir de films inédits.
DVD 2 : 3 films de la série « La Vie telle qu’elle est » (1909-1912) mis en musique par Patrick Laviosa : La Possession de l’enfant (1909), Le Trust (1911), La Tare (1911). 2 films mis en musique par Patrick Laviosa qui se rattachent aux thématiques du quotidien (le divorce, l’industrie, les bonnes œuvres, le théâtre, la chiromancie, le Titanic, etc.) : Le Nain (1912), La Hantise (1912).
Suppléments : Trop petit, mon ami…, Brûlante actualité et Une doctrine : La Vie telle qu’elle est, ailleurs. 4 modules thématiques montés à partir de films de la série « La Vie telle qu’elle est ».

LÉONCE PERRET
DVD 1 : 11 courts-métrages (2h)
DVD 2 : L’enfant de Paris (1h50) teinté
DVD 3 : Le roman d’un mousse (1h30) avec cartons bilingues
Suppléments : Cinéma en abîme (9 min), La série des Léonce (4 min), Filmographie et biographie (52 min).

ALICE GUY(2 DVD)
Courts-métrages (2h) dont « La Vie du Christ » (37 min). Musique de Patrick Laviosa (composée sans image).
Suppléments : Portrait de 52 mn. Biographie avec extraits des films américains. (Gaumont)


„Der Prozess“ von Orson Welles gekürzt

5. April 2008

Wie DVD-Forum.at berichtet, wird „Der Prozess“ von Orson Welles in Deutschland nur in einer gekürzten Fassung auf DVD erscheinen. Obwohl die DVD von Universal noch nicht einmal angekündigt ist, kann man solche Absichten in der FSK-Datenbank für die Prüfentscheidungen recherchieren. Nach der dort angezeigten Freigabeentscheidung für „Der Prozess“ soll eine gekürzte Fassung mit 108 Minuten Laufzeit, freigegeben ab 12 Jahren, veröffentlicht werden. Die Kinofassung von 1962 hatte 118 Minuten Länge und war ab 16 Jahren freigegeben. Geht man von einer PAL-Laufzeit (25 Bilder/Sek.) von 108 Minuten aus, fehlen 5 Minuten (118 Min. bei 24 Bildern/Sek. ergeben in PAL 113 Min.).

„Die deutsche DVD-Veröffentlichung wird höchstwahrscheinlich inhaltsgleich mit der holländischen DVD werden, da auch diese von Universal veröffentlicht wurde, eine deutsche Tonspur sowie deutsche Untertitel enthält und als Laufzeit 107:45 Minuten bietet. Die Kürzungen der holländischen DVD belaufen sich unter anderem auf den Prolog sowie auf diverse Szenen, die in einem Konzentrationslager spielen.“ (DVD-Forum.at)

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Da das deutsche Publikum hier offenbar wieder einmal bevormundet wird, sollte man unter diesen Umständen die französische Ausgabe von Studio Canal vorziehen. Sie hat nicht nur die beste Bildqualität, sondern enthält auch die vollständige Fassung von 1962 (113 Min.) und die bearbeitete amerikanische Fernsehfassung von 1984 (107 Min.), sowie eine nur hier veröffentlichte Szene und eine 31minütige Dokumentation zum Film.

Ein Vergleich der verschiedenen DVD-Versionen findet sich bei DVD Beaver, eine detaillierte Besprechung der französischen Ausgabe bei DVD Classik.