Große Kunst für kleine Leute

18. März 2010

Nathalie Faber and Carolien Euser aus den Niederlanden haben in ihrem Projekt Grote Kunst voor Kleine Mensen zwei audiovisuelle „Bilderbücher“ für Kinder von 2 bis 6 Jahren herausgegeben. Die 26 Kurzfilme auf 2 DVDs sollen kleine Kinder mit der Sprache der visuellen Künste vertraut machen. Staunen und sich Wundern über unsere Welt ist Kindern und Künstlern gemeinsam.  Deshalb mussten  sich die Filmemacher dieser Werke auch gar nicht erst zurücknehmen gegenüber ihren kleinen Zuschauern:

„How do you look at the world at the age of four? You see a highrise and you think: could that be a very big dresser? Where does the smoke from the chimney go to? And who is that shadow which is following me all the time? Astonishment and amazement about things you don’t understand, and the coming up with solutions from your own imagination, are qualities which seem expendable when you grow up. It’s a kind of amazement that appears to be limited to children and artists.
Big Art for Small People is a collection of short artistic movies for viewers between two and six years old. It is an audiovisual ‘picture book’ that teaches young children something about the formal language of the visual arts. The participating artists did not have to bend over or kneel to be able to do this, but simply went looking for the essence of their work. The accomplanying stories, to be read aloud, could help clarify things.

Big Art for Small People is multilingual and therefore accessible for children from all nationalities.   Have fun! (Nathalie Faber and Carolien Euser: Grote Kunst voor Kleine Mensen)

Die beiden DVDs können bei Filmbank oder gegen Überweisung vorab direkt bestellt werden.

Nathalie Faber and Carolien Euser bieten auch ein Kiste mit „Sehmöbeln“ an (siehe Kijkmeubel)

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Beyond the Multiplex

7. Juli 2008

Barbara Klinger hat die noch wenige bekannte Kultur des Heimkinos untersucht. In ihrem Buch „Beyond the Multiplex: Cinema, New Technologies, and the Home“ (University of California Press) nimmt sie sich fünf Aspekte dieser kulturellen Alltagspraxis vor:

  • Die Liebhaber von High End-Technik für das Kino zuhause.
  • Die Sammler von Filmen auf DVD nach der Ära der Videokassette.
  • Das Kabelfernsehen als Medium der nationalen Filmgeschichte am Beispiel von American Movie Classics (AMC).
  • Das Vergnügen, Filme nach eigenen Wünschen mehrfach ansehen zu können.
  • Das Genre des parodistischen Kurzfilms im Web.

Leider werden diese spannenden Themen nicht wirklich erforscht, wie es vielleicht ein Ethnologe mit seinem Instrumentarium machen könnte. Lediglich die Texte der Beteiligten, vowiegend die der Anbieter, werden mit den Methoden der Cultural Studies untersucht. Das gilt vor allem für die ersten drei Kapitel:

„In previous chapters I have concentrated on the home’s discursive construction as an exhibition venue for cinema, registering viewers‘ reactions indirectly through industry sources, newspaper and magazine articles, Web sites, and scholarly accounts.“ (Barbara Klinger, S. 137)

Daraus entsteht ein Bild, das sich nur teilweise mit der Wirklichkeit einer neuen Medienpraxis deckt, da es lediglich die Absichten der Medienindustrie reflektiert. Die ehemaligen Konsumenten sind jedoch mit den Instrumenten, die das Internet bietet, aus ihrer passiven Rolle herausgetreten und beeinflussen mit ihrer eigenständigen Öffentlichkeit in Foren, Blogs und anderen Webangeboten über nationale Grenzen hinweg nachweislich so stark die Publikationspraxis der Medienindustrie, dass man von einer neuen Art von Filmkultur sprechen kann (siehe „The 21st Century Cinephile“). Das gerät in solchen Studien reiner Textexegese jedoch aus dem Blick.

Wissenschaftliche Arbeiten, die mit Begriffen wie „textual“, „narrative“, „rhetoric“, „discursive“ hantieren, sind also mit Vorsicht zu genießen. Ihr Erkenntniswert ist eingeschränkt. Die Literaturliste und der Anmerkungsapparat in Barabara Klingers Buch sind jedoch sehr lohnend.


Kurzfilmfestival Leuven – Shorts in a Box

13. Dezember 2007

60 Kurzfilme, die auf dem Internationaal Kortfilmfestival Leuven gelaufen sind, werden jetzt in einer Box mit 6 DVDs angeboten. „Shorts in a Box“ enthält 60 Kurzfilme mit über 12 Stunden Laufzeit. Auf 3 DVDs werden die besten flämischen Kurzfilme der jeweiligen Festivals von 2004 bis 2006 geboten. Daneben gibt es Sammlungen mit preisgekrönten europäischen Kurzfilmen, mit Filmen für Kinder und mit Komödien. Die Filme sind Englisch untertitelt.

Bei dieser phantastischen Sammlung für das Filmfestival zuhause fragt man sich aus deutscher Perspektive: Wann gibt es eine solche Edition von den Internationalen Kurzfilmtagen in Oberhausen? Dort ist nicht einmal die Datenbank des Filmarchivs frei zugänglich, obwohl das Festival aus Steuermitteln bezahlt wird.


Agnès Varda: Alle Kurzfilme

24. November 2007

Cine Tamaris, die Produktionsgesellschaft von Agnès Varda und Jaques Demy, hat eine DVD mit allen ihren Kurzfilmen herausgebracht. „Varda Tous Courts“ enthält 16 Filme von 1957 bis 2004, die die ganze Vielfalt ihres cineastischen Ausdrucks zeigen (mit englischen Untertiteln, die Filme im Detail). Alain Bergala feiert Agnès Varda als große Essayistin:

„Ses films courts n’ont jamais été des « courts-métrages », au sens convenu et institué du terme, mais à chaque fois de véritables « essais » en cinéma, des prototypes où il lui faut inventer en même temps la forme, unique, et le sujet que cette forme va prendre dans ses mailles comme un poisson vivant. (…) Varda est bel et bien notre grande essayiste en cinéma. “ (Alain Bergala, Comme au Cinéma)


Martin Scorsese

23. Mai 2007

Das französische Label Wild Side veröffentlicht 3 frühe Kurzfilme und 2 Dokumentationen von Martin Scorsese. „Martin Scorsese: courts-métrages et documentaires“ enthält die Kurzfilme „What’s a Nice Girl Like You Doing in a Place Like This ?“ (1963), „It’s Not Just You Murray !“ (1964), beide während seines Studiums an der NYU gedreht, und „The Big Shave“ (1967), sowie die Dokumentarfilme „ItalianAmerican“ (1974) über seine Eltern und „American Boy, a portrait of Steven Prince“ (1978). Nur einzelne Titel dieser Edition waren bisher als Videokassette erschienen, wie „The Big Shave“ für die Freunde der Nassrasur und „ItalianAmerican“, das anrührende Porträt seiner Eltern (inklusive eines Rezepts seiner Mutter für Fleischklöße), oder als DVD wie „It’s Not Just You Murray !“ auf dem nicht mehr lieferbaren Sampler „First Works“.


Wolphin

16. Mai 2007

Wolphin ist ein Kurzfilmmagazin aus den USA. Bisher sind drei Sampler erschienen. Der vierte ist in Vorbereitung. Die letzte Nummer enthält u.a. frühe Filme von Alexander Payne and Dennis Hopper:

„The third issue of Wholphin will feature the early, rediscovered work of Alexander Payne and Dennis Hopper; new-found talent from abroad, including Jonas Odell and Alice Winocour; the strangest Japanese film we’ve ever seen, from the three-man directing team Naisu No Mori; a documentary about a thirteen-year-old Yemeni girl who refuses to wear her veil; and „The Popcorn Effect“ of trap-jaw ants.“ (Wolphin)

Die 3. Ausgabe von Wolphin hat eine besondere Beigabe, nämlich „The Phantom Victory“ von Adam Curtis. Dies ist der zweite Teil der bisher nicht legal erhältlichen BBC-Fernsehserie The Power of Nightmares, die die Muslimbrüder mit den Neokonservativen vergleicht.


Shooting People Films

16. Mai 2007

Die britische Vereinigung von unabhängigen Filmemachern „Shooting People“ betreibt auch ein kleines DVD-Label, vorwiegend für Kurzfilme. Bei Shooting People Films sind inzwischen die beiden Sampler „best v best“ mit internationalen Preisträgern dieses Genres erschienen. Ebenfalls erhältlich sind „Unknown White Male“ von Rupert Murray und vor allem Rex Bloomsteins Film „KZ“ – Untertitel: „When the unimaginable has been shown a thousand times“. Ohne jeden Kommentar zeigt Bloomstein den Alltag in der Gedenkstätte Mauthausen und die Erinnerungen der Einwohner des Ortes:

„Excellent documentary, totally blew me away. The power of this film lies in the unexpected anti-semiticism that is revealed by what the tourists do and how they react to what is shown to them.“ (Sonnic USA)