De Engel van Doel auf DVD

In den Niederlanden ist Tom Faesserts Schwarzweiß-Dokumentation „De Engel van Doel“ auf DVD erschienen. Der Film war 2011 eine der herausragenden Produktionen auf dem Forum des jungen Films der Berlinale.

Die Langzeitdokumentation begleitet die letzten hartnäckigen Bewohner des Dorfes Doel, das für die Erweiterung des Hafens von Antwerpen abgerissen werden soll. Der Film zeigt, wie die Zeit vergeht und die alten Bewohner an ihrem Leben (und ihren Erinnerungen) mit großem Gleichmut festhalten. Das Schwarzweiß und Faesserts Kameraarbeit entrücken sie dabei einer unmittelbaren (banalen) Alltäglichkeit.

„“Einer der ersten Menschen, die ich in Doel traf, war der alte Dorfpriester Verstraete. Obwohl er unheilbar krank war, hielt er die wöchentlichen Gottesdienste ab und besuchte täglich seine Gemeindemitglieder. Er tat alles, um die schrumpfende Gemeinde in den unsicheren Zeiten zusammenzuhalten. Mich faszinierte der Zusammenhang zwischen seinem persönlichen Überlebenskampf und seinen Anstrengungen um das Fortbestehen seines Dorfes. Da der Priester die Medien mied, nahm ich mir viel Zeit, um eine vertrauensvolle Beziehung zu ihm aufzubauen.

Der Küchentisch von Emilienne

Einige Monate später lernte ich die ältere, verwitwete Emilienne kennen, die Hauptfigur im Film. Schon während unserer ersten Begegnung gefiel mit ihre Spontaneität und Ehrlichkeit. Abgesehen davon war mir aufgefallen, dass ihr Küchentisch eine wichtige Rolle im Alltag von Doel spielte: Ihre Nachbarn und der Dorfpfarrer kamen regelmäßig zu Besuch, um an Emiliennes Küchentisch ernste Gespräch zu führen oder ein wenig zu tratschen. Dieser Küchentisch sollte der zentrale Drehort des Films werden…

Insgesamt sechs Jahre dauerten die Dreharbeiten und der Schnitt. In dieser Zeit sich in Doel vieles verändert: Das Dorf ist zum Teil abgerissen worden, der Priester gestorben, die Gemeinde hat sich weiter zerstreut, und die übrige Welt hat scheinbar jedes Interesse am Schicksal dieses Ortes verloren. Aber Doel lebt, genau wie Emilienne.“ (Tom Faessert in: Berlinale Forum 2011, S. 63)

Die DVD ist englisch untertitelt und in den Niederlanden überall im Handel erhältlich, z. B. direkt beim Vertrieb Filmfreaks oder bei Bol.com.

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