Histoire(s) du Cinéma aus Australien

Godards großer Kinoessay (Interview) ist in verschiedenen Fassungen auf DVD erschienen, die französische (Kritik), in der nur die Hauptstimme englisch untertitelt ist, mit ihren Beigaben (zwei Pressekonferenzen mit Jean-Luc Godard  und die von Anne-Marie Miéville erstellte Film-Geschichte „2 x 50 Jahre des französischen Kinos), die britische mit ihrer akribischen Übersetzung auch der Dialoge der Filmzitate, die spanische und amerikanische (Kritik), die deutsche nur in der synchronisierten Fassung (mit einem Text von Klaus Theweleit) und die neidvoll beäugte, aber für nicht des Japanischen Kundige unzugängliche erste DVD-Ausgabe überhaupt in Japan. Diese weist alle Zitate in pop-ups nach, die man auf Wunsch an den jeweiligen Stellen anklicken kann. Für die Nachweise ist man sonst auf die Liste von Céline Scemana angewiesen.

Doch seit letztem Jahr gibt es die australische Ausgabe von Madman Entertainment, für die Adrian Martin und Felicity Chaplin von der Monash University alle  Zitate – Filme, Musik und Texte – in einer gesonderten englischen Untertitelspur identifiziert haben – ein wesentliches Element für das Verständnis dieses Werks, das nicht nur formal auf der Montage als filmische Technik gründet:

„Godards Arbeit an der Geschichte und den Geschichten des Kinos in Histoire(s) du Cinéma (F 1988–1998) geht davon aus, dass Kino aus eigener Kraft Geschichte hervorbringt, dass der Film die Geschichte und das Gedächtnis des 20. Jahrhunderts verändert hat und dass die große, die einzige Erfindung des Kinos die Montage war. Das Kino ermöglicht – durch Montage von Kinogeschichte(n) mit Geschichte – eine andere Form zu denken, ein filmisches Denken in Bildern. Um diese Form, diese Bilder des Denkens (und nicht etwa um Chronologie) geht es Godard in den Histoire(s) du Cinéma.“ Kino Arsenal

Und auch für Spiegel-Journalisten dürfte es nun einfacher werden:

»„Geschichte(n) des Kinos“ ist eine multimediale Collage. … Ein Bildersturm, von dem man sich überwältigen lassen muss oder entnervt den Faden verliert. Aber versucht man alle Zitate in Godards Monstercollage zu erkennen, wird das Werk zu einem rasanten Ratespiel für Film-Nerds.« SPIEGEL ONLINE

Auf die  Entstehungsgeschichte von Godard’s Filmessay geht dieser französische Text des Ciné-club de Caen ein.

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