We can’t go home again

Nicholas Rays letzter Film,  „We can’t go home again“, eine Arbeit mit seinen Studenten, ist auf dem Festival in Venedig in der restaurierten Fassung aufgeführt worden. Während Rays Studioproduktionen als Klasssiker gelten und auf DVD zugänglich sind, ist sein Spätwerk kaum bekannt.

Die Nicholas Ray Foundation plant offenbar eine Collector’s Edition auf DVD, die auch die beiden Fassungen von  „We can’t go home again“ enthalten soll, dazu den Dokumentarfilm seiner Frau „Don’t expect too much“ über seine Arbeit an diesem Film.

Oscilloscope Laboratories werden Film und Dokumenation in den USA herausbringen, auch auf DVD.

Walter Gasperi hat Nicholas Ray zu seinem 100. Geburtstag gewürdigt:

„Begeistert reagierten Truffaut, Godard und Rivette, als sie in den 50er Jahren die Filme Rays entdeckten. Einen echten «Autor» sahen sie in ihm, keinen Handwerker, sondern einen Regisseur, der mit persönlicher Leidenschaft inszeniert und dessen Persönlichkeit in seine Filme einfließt. Äußerlich mögen die Filme dabei noch so verschieden sein, so verbindet sie dennoch eine eigene Sicht der Welt und wiederkehrende Themen.

«We Can´t Go Home Again» titelte er sein 1973 nach fast zehnjähriger Pause gedrehtes und nie abgeschlossenes verdecktes Selbstporträt. Die vergebliche Suche nach Heimat und einem Ort der Ruhe, die hier schon im Titel zum Ausdruck kommt, zieht sich durch viele seiner Filme. Unruhig, rastlos und zerrissen ist nicht nur der junge Jim Stark in «Rebel Without a Cause» (1955), mit dessen Verkörperung James Dean zum Jugendidol wurde, sondern auch der von Sterling Hayden gespielte Johnny Guitar im gleichnamigen Western (1954)…

In «Bigger than Life» (1956) schildert er eindringlich den erstickenden Konformismus der 50er Jahre, mit «Bitter Victory» (1957) drehte er einen Anti-Kriegsfilm, über den Godard in einer begeisterten Kritik schrieb: «Es ist gleichzeitig der direkteste und zurückhaltendste Film, der feinste und der gröbste. Das ist nicht Kino, das ist besser als Kino.»

Gab es in den 50er Jahren für diesen Unangepassten noch eine Nische, sodass er rund 20 Filme drehen konnte, so erhielt er nach dem Flop der Großproduktion «55 Days at Peking» (1963) und dem Niedergang Hollywoods keinen Auftrag mehr. Erst 1973 meldete sich dieser «cinéaste maudit» mit «We Can´t Go Home Again» zurück. Nochmals setzte sich Ray mit Entwurzelung und der Utopie der Heimat auseinander, rebellierte aber gleichzeitig durch die experimentelle Form (z.B.: Einsatz unterschiedlicher Filmformate) auch gegen Hollywood.“ (Walter Gasperi: «We Can´t Go Home Again» – Zum 100. Geburtstag von Nicholas Ray. Zoom)

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