Einsatzgruppen – Les commandos de la mort

In den USA ist der französische Fernsehfilm von France 2 „Einsatzgruppen – Les Commandos de la mort“ (Einsatzgruppen: The Death Brigades) auf DVD mit englischen Untertiteln erschienen. Schon bei diesem deutschen Wort im französischen und englischen Titel läuft es einem kalt den Rücken herunter.

Die dreistündige Dokumentation von Michael Prazan beschreibt im ersten Teil „The Mass Graves“ auch anhand neu aufgefundener Bilddokumente die Arbeit der vier Einsatzgruppen A bis D  hinter den Linien der deutschen Wehrmacht in der Sowjetunion. Diese Todesschwadronen des Dritten Reiches ermordeten von 1941 an 1,5 Millionen Menschen, vor allem Juden, aber auch Roma, Kommunisten, vermeintliche Partisanen und Kriegsgefangene. Der zweite Teil „Funeral Pyres“ zeigt die Arbeit beim Verwischen der Spuren, die nach der Entdeckung der von der Sowjetunion ermordeten polnischen Offiziere  in Katyn und dem weltweiten Widerhall darauf begann.

Anne Nelson stellt in ihrem Artikel „The Obligations of History“ den Film in eine Reihe mit Alain Resnais‘ „Nuit et Brouillard“ und Claude Lanzmanns „Shoah“:

Einsatzgruppen takes a place of honor in a series of documentaries that have made a major contribution to our understanding of the Holocaust. In the past, these have largely dealt with the phenomenon of concentration camps. Alain Resnais’s 32-minute Night and Fog (1955) brought images of the death camps to a mass audience a decade after the war. Claude Lanzmann’s Shoah (1985) was a nine-hour exploration of the role of the bystander.“ (Anne Nelson:  The Obligations of History. Museum of the Moving Image)

Umso erstaunlicher sind die Schwierigkeiten, auf die der Film bei seiner Verbreitung stößt:

„The role of Einsatzgruppen as a historical corrective will depend largely on its distribution. It has been broadcast on French television and screened at festivals, but Prazan admitted he was having trouble placing it in wider distribution. Ironically, it cannot be broadcast in Germany, due to laws that prohibit showing the faces of individuals implicated in war crimes [?]. But the climate has been discouraging in the U.S. as well. Prazan’s film is relentless in its images of the slaughter. After three hours of heartbreaking tales and mounds of bodies, the viewer runs the risk of succumbing to numbness. There is no question the film does not belong on U.S. commercial networks, bracketed by beer commercials. But neither does it fit into the increasingly „uplifting“ public-television documentary format, or the weakening cable documentary lineup. In other words, it is unlikely to reach a wide American audience to serve the purposes of public awareness and education.“ (Anne Nelson:  The Obligations of History. Museum of the Moving Image)

Wir werden sehen, ob das deutsche öffentlich-rechtliche Fernsehen seinen Verpflichtungen nachkommen wird. Bis dahin bleiben die beiden DVD-Ausgaben: Die französische DVD hat offenbar keine englischen Untertitel. Die amerikanische Edition ist nur zu einem hohen institutionellen Preis von $ 180,- erhältlich, also etwas für Bibliotheken und Bildungseinrichtungen.

Eine Antwort zu Einsatzgruppen – Les commandos de la mort

  1. Halfmann sagt:

    Tagebucheintarg zu diesem Film

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