Israel und die besetzten Gebiete auf DVD

Die amerikanische Filmzeitschrift Cineaste hat in einem ausführlichen Artikel einige Dokumentarfilme auf DVD vorgestellt, die sich mit den psychischen und gesellschaftlichen Folgen beschäftigen, die Besetzung und Abriegelung palästinensischer Gebiete für deren Einwohner und die Israelis selbst haben. Rebecca Romani betont in ihren Aufsatz „The Hazards of Occupation: Documentaries by and about Palestinians and Israelis in the Occupied Territories“ (Volltext im Web vorhanden), wie schwierig eine ausgewogene Darstellung bei diesem Thema ist:

“ The Israeli-Palestinian conflict is a classic „hot-potato“ issue, on which there are widely divergent, bitterly contested viewpoints, making nonfiction documentation of Israel’s occupation of the Gaza Strip and the West Bank an ideological minefield. Where do you go? Whom do you talk to, or against? Is it possible to achieve a „balanced“ presentation? Can one provide enough historical, social, and political context to make the key issues comprehensible for the average viewer?

Occupation, to paraphrase Portia from Shakespeare’s Merchant of Venice, is twice cursed. It curses those who enforce it as well as those under occupation. In the last forty-two years, it would seem no occupation has been more cursed than Israel’s venture in the Gaza Strip and the West Bank. It is an occupation that has involved not only Israeli society in the form of military service, but also Western societies, namely the U.S. through economic and military aid. In addition, the occupation has so divided parts of Israeli society itself as to rip it asunder.

Most tragically, it has driven the Palestinian population to its knees and reduced them to statistics, if not invisibility, in terms of U.S. media coverage. (Rebecca Romani in Cineaste)

Die Filme geben einen sinnlichen Eindruck von den individuellen Schicksalen, wie sie in der laufenden Berichterstattung nur selten vorkommen – am eindrücklichsten vielleicht in „Young Freud in Gaza“ über einen der wenigen Psychologen, die im Gaza-Streifen arbeiten (vgl. dazu auch das Interview mit dem palästinensischen Psychoanalytiker Gehad Mazarweh im gestrigen Tagesspiegel – „Ich bin ein Mann mit einem Mutterherzen“).

Die Filme im einzelnen:

Peace, Propaganda & the Promised Land – U.S. Media & the Israeli-Palestinian Conflict

Palestine Post 9/11

Checkpoint

To See If I‘ m Smiling (Lir’ot Im Ani Mehayechet)

On The Objection Front

Refuseniks

Palestine Blues

Young Freud in Gaza

Zu ergänzen wäre noch einer der bedeutendsten Filme zu diesem Thema: „Avenge but one of my two eyes“ (Nekam Achat Mishtey Eynay) von Avi Mograbi (arsenal), der mit Mitteln der staatlichen israelischen Filmförderung finanziert wurde – auf DVD bei Second Run in Großbritannien erschienen.

3 Antworten zu Israel und die besetzten Gebiete auf DVD

  1. orcival sagt:

    Avenge… ist zusammen mit anderen Filmen von Mograbi übrigens auch auf der Arte-Mograbi-Box erschienen, die man über arte.tv erwerben kann.

    Und sonst: schade nur, dass das alles Filme sind, die für Privatpersonen weiterhin unnutzbar bleiben durch die Preise.

  2. Peter Delin sagt:

    Hallo Orcival,

    >Und sonst: schade nur, dass das alles Filme sind, die für Privatpersonen >weiterhin unnutzbar bleiben durch die Preise.

    umso wichtiger wäre es, dass Bibliotheken solche teuren Filme erwerben, damit sie allgemein zugänglich sind.

    Peter Delin

  3. orcival sagt:

    wohl wahr. allerdings hätte ich dann immer noch bedenken – denn wirklich verbreitet werden solche filme eigentlich nur wenn man sie hat, mit sich rumtragen kann und freund_innen vorspielen und verleihen – und das geht legal mit bibliothekskopien nicht wirklich.

    aber schon was die unterstützung der filmfirmen angeht, ist das wünschenswert. weshalb ich die filme soweit ich sie kenne auch schon länger auf diversen anschaffungslisten vermerkt hab. was draus wird ist abzuwarten…

    aber auf alle fälle nochmals danke für den hinweis!

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