Robert Bramkamp

Als Vorgeschmack auf die morgen beginnenden Arnoldhainer Filmgespräche feiert Rembert Hüser in der heutigen TAZ den deutschen Filmemacher Robert Bramkamp. Die Tagung „On the Money. Kino in Zeiten des Risikokapitals“ (pdf) soll die Darstellung von abstrakten ökonomischen Zusammenhängen im sinnlichen Medium des Films prüfen und dabei zeigen sich traditionell gestaltete Blockbuster wie „The International“ von Tom Tykwer unbekannteren Werken wie denen von Robert Bramkamp unterlegen:

„In der aktuellen Diskussion der Krise geht es um Phänomene, die sehr abstrakt sind und sich der Vorstellungskraft eines Nichtwirtschaftswissenschaftlers entziehen. Wie bringt man das trotzdem auf die Leinwand?

Rembert Hüser: Zum Beispiel so wie Robert Bramkamp. Der arbeitet seit den Achtzigerjahren an diesen Fragen. Der Kurzfilm „Beckerbillet“ von 1992 ist für mich ein Knaller. Er ist ein bisschen wie „Die Sendung mit der Maus“ und beschreibt die Herstellung der Kinoeintrittskarten durch die Firma Becker. Die sind ja ein Geldäquivalent und werden entsprechend hergestellt. Man kauft die Karte, man bekommt gewissermaßen einen anderen Geldschein, und als Gegenwert für das Abreißen der Karte wird einem das Ereignis des Films versprochen. Daran hängt Bramkamp eine Spielfilmgeschichte auf. Aus der heutigen Perspektive ist das gerade interessant, weil es die Rollenkarten nicht mehr gibt. An der Kinokasse druckt heute der Computer. Und „Gelbe Sorte“ …

… der erste abendfüllende Spielfilm Bramkamps, entstanden Mitte der Achtzigerjahre.

Rembert Hüser: „Gelbe Sorte“ ist ein Landwirtschaftsfilm, bei dem es um die Nichtproduktion von Überschüssen geht und darum, dass die Bauern eigentlich gar nicht mehr das produzieren müssen, wofür sie EU-Subventionen kriegen. Der Film handelt von der Simulation von Produktion – und das schon in den Achtzigerjahren! Der war seiner Zeit weit voraus. Mit „Der Bootgott vom Seesportclub“, dem jüngsten Film von Bramkamp, wird deutlich, dass die Auseinandersetzung mit Ökonomie viel mit Erzählmodellen zu tun hat. “ (Interview von Christina Nord mit Rembert Hüser. In: „Das Geld fließt in den mediokren Mittelteil“. TAZ vom 4.6.2009, S. 15)

Die gute Nachricht für alle, die jetzt neugierig geworden sind: Robert Bramkamp hat 4 seiner Filme auf DVD veröffentlicht. Die Box kann man auf seiner Website direkt bestellen. Bisher war nur „Die Eroberung der Mitte“ 1999 als VHS bei Absolut Medien erschienen.

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