Sensio 3-D wird DVD-Standard

Das DVD-Forum hat am 19.1.2009 das 3-D-Verfahren der kanadischen Firma Sensio als einen offiziellen Standard für dreidimensionale Filme auf DVD anerkannt.

Das Verfahren mit dem speziellen Sensio-Chip arbeitet mit dem 60 Hz-Signal des NTSC-Standards und sendet 60 mal in der Sekunde abwechselnd räumlich versetzte Einzelbilder, die von den beiden Augen durch eine sich links und rechts abwechselnd schließende LCD-Brille empfangen werden. Der Schließmechanismus der Brille wird durch ein Infrarot-Signal gesteuert.

Trotz der hohen Qualität des Verfahrens können vorhandene Player und Displays verwendet werden, wenn sie einen Component-Eingang haben und ein Interlaced-Signal ausgeben können. Die Details beschreibt Darryl Wilkinson von Home Theater (November 2003).

Die Filmauswahl ist allerdings noch äußerst schmal und wenig verführerisch. Nick Roddick dazu in Sight & Sound:

„Shapiro nailed the key issue when he said that in future the market will be „driven by content“. Yet while it’s hard to think of any genre (except perhaps pom) that could be enhanced outright by the addition of 3D, most films could be given added value. If I’d wanted to see the U2 film in the first place, I might have wanted to see it a little more in 3D (idem for Beowulf, not so for Chicken Little, Meet the Robinsons or Monster House). In other words, it’s still the story, stupid.

Of course, the same could have been said at the outset for colour and it was certainly the case that once colour became the norm, audiences felt cheated by black and white. Will the same one day be true of 3D? Only, I would guess, if we could ditch the glasses (believed to be some considerable way off). Otherwise, the most 3D is likely to do is broaden the gulf between big-budget, effectsheavy ‚event‘ movies and the rest which is happening anyway. I don’t somehow see Cristian Mungiu or Ken Loach embracing 3D. But the Coen brothers? Maybe.“ (Nick Roddick: Through glasses, darkly. Sight & Sound 4, April 2008, S. 16)

Allerdings würde 3-D das ästhetische Gefüge des zweidimensionalen Films mit seiner Spannung aus realer Fläche und illusionierter Räumlichkeit, die durch den Ton erst Leben gewinnt, entscheidend umstürzen.

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