China Blue

Passend zur laufenden Berichterstattung über das wirtschaftlich boomende China bringt der Dokumentarfilm „China Blue“ von Micha X. Peled die Sicht von unten. Wer zahlt eigentlich die Kosten für die billigen Textilien in den wohlhabenden Ländern?

Es sind Menschen wie die 16-jährige Jasmin Lee, die 14 Stunden täglich in der Jeansfabrik Lifeng in Shaxi für 2 Euro am Tag schuften müssen. Die Film schildert die erbärmlichen Lebensumstände von Jasmin und ihren Freundinnen, ganz gegen den Willen von Herrn Lam, früher Polizeipräsident von Shaxi und jetzt Besitzer der Fabrik (mehr dazu bei 3Sat). Der Film entstand unter schwierigen Drehbedingungen:

„China übt eine starke Kontrolle über ausländische Medien aus. Das gesamte Filmprojekt war geheim, denn wir gaben vor, uns als Touristen in China zu bewegen. Wir schmuggelten unsere DV-Kamera ins Land, indem wie sie auseinander nahmen und die Einzelteile in verschiedene Einkaufstüten packten. Während wir in der Fabrik relativ geschützt drehen konnten, bekamen wir, als wir unsere Protagonisten in ihre Heimatprovinz begleiteten, häufig Schwierigkeiten mit der Polizei.“ (Micha X. Peled)

Der Film wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, wie dem Amnesty Human Rights Award beim Amsterdam International Film Festival, dem PBS Independent Lens Audience Award 2007 und dem Amnesty International Award I.D.F.A. 2005.

„The Best Documentary of Toronto 2005? Micha Peled’s China Blue, a heartbreaking, truly unforgettable „cinema verite“ stay with two teenage girls employed in a Chinese bluejean factory. It’s even worse than the news stories, the exploitation, degradation, and downright slavery of millions of Chinese peasants who have traveled to the cities looking for work.“ (Gerald Peary, The Boston Phoenix)

In Europa ist der Film in der DVD-Reihe des Dokumentarfilmfestivals Amsterdam IDFA’s delicatessen herausgekommen und in den Niederlanden in der englischen Originalfassung bestellbar. Weitere Filme auf DVD von Micha X. Peled sind bei seiner Firma Teddy Bear Films direkt erhältlich.

„China Blue“ wäre in einer deutschen Fassung zweifellos für die Bildungsarbeit mit Jugendlichen geeignet. Sie könnten hautnah erleben, unter welchen Umständen die billigen Klamotten von ihren Altersgenossen in China zusammengenäht werden müssen.

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