Ten Canoes

“ Ten Canoes“ ( 10 Kanus, 150 Speere und 3 Frauen) von Rolf de Heer ist ein anthropologischer Spielfilm und gleichzeitig fulminates Kino:

„Während der Jagd einer Sippe australischer Ureinwohner nach Enteneiern wird offenbar, dass der Jüngste in der Gruppe die dritte Frau seines älteren Bruders begehrt. Der reagiert mit Gelassenheit und beginnt dem Jungen eine ähnlich gelagerte Geschichte aus der Vorzeit der Aborigines zu erzählen, die mit tragischen Verwechslungen, Rache und Tod endete. Ein ebenso poetisches wie bildgewaltiges Drama, das ganz aus dem Blickwinkel der australischen Ureinwohner erzählt wird, was auch die Tatsache erklärt, dass Dinge des täglichen (Über-)Lebens gleichberechtigt neben der archaischen Liebesmetapher stehen. Der zeitlose Film von der Wucht eines shakespeareschen Dramas entstand unter Mitwirkung von Aborigines und schafft es mit viel Humor, deren Denk- und Wertesystem näher zu bringen. – Sehenswert ab 14.“ (Lexikon des internationalen Films) (Kritik)

Die DVD ist in Großbritannien und den USA lieferbar. Beide Ausgaben enthalten auch die 50minütige Dokumentation “The Balanda and the Bark Canoes” über die Dreharbeiten mit den Aborigines, allerdings ist die Bildqualität der US-Disc offenbar nicht optimal. In Australien ist eine Special Edition mit 2 Discs (Reginalcode 0) ohne die genannte Dokumentation mit anderem Zusatzmaterial erschienen (Rezension).

Alle DVD-Ausgaben haben ein anderes Bildseitenverhältnis (1,78:1) als die Kinokopie (2,35:1), vermutlich also einen Open Matte-Transfer vom Super 35-Negativ (siehe unter „The DVD“ hier und unter „Video“ hier). Der Film liegt in zwei Tonfassungen vor: Die Kinoversion hat einen englischen Kommentar von David Gulpilil zum Film in Originalfassung mit englischen Untertiteln. Die DVD-Ausgaben bieten dazu noch eine authentische Fassung in der Sprache der Aborigines ohne Kommentar mit englischen Untertiteln. Nur die australische Ausgabe hat für beide Versionen einen Dolby Digital 5.1-Ton.

Nachtrag vom 28.11.2007: Paolo Cherchi Usai, der neue Leiter des National Screen and Sound Archive in Australien, hat beim Regisseur selbst nachgefragt. Hier die Antwort von Rolf de Heer aus der Liste AMIA-L, die die Gründe für die verschiedenen Formate aufklärt:

„The cinema version of ‚Ten Canoes‘ is indeed 2.35:1, but when we came to making the video masters, we had a good think and a good experiment and decided that DVD is a different medium than cinema, and therefore ought to be treated independently…we were not trying to replicate the cinema experience at home (which one can’t), so let’s work out how to give the best DVD experience, let’s deal with DVD as a delivery medium in its own right. Ultimately that meant going full frame rather than letterboxing, allowing the viewer to become more deeply connected with the image on screen.“

„We did shoot on Super-35, giving us access to more image, but it was not simply an open-matte transfer. Each shot was re-considered and individually positioned and cropped from the available increased image to give the best possible composition at the new ratio. It cost a fair bit more to do, but has its own artistic integrity as a consequence“. (Rolf de Heer, zitiert in AMIA-L)


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