Two-Lane Blacktop

Das existentialistische Roadmovie „Two-Lane Blacktop“ von Monte Hellman (Stanford Magazine) erscheint im Dezember zum zweiten Mal auf DVD. 2000 brachte Anchor Bay eine auf 15.000 Exemplare limitierte Fassung dieses vielgesuchten Films mit einem Kommentar von Monte Hellman und Produzent Gary Kurtz („Star Wars“) heraus. Wegen ungeklärter Musikrechte war der Filme lange Zeit nicht zugänglich gewesen, was den Mythos um diesen Film, in dem eigentlich nichts passiert, noch gesteigert hat – Bewegung als Stillstand, Roadmovie als meditativer Zen-Film:

„In the commentary to Two-Lane Blacktop, director Monte Hellman refers to the film as the only existential allegory ever filmed by a major motion picture studio. Director Monte Hellman early on directed a stage production of Waiting for Godot, the archetypal existential drama where nothing much happens. Two-Lane Highway at times seems almost like Godot on the road. While this may or may not be the intention of the creators, the film is indeed a bleak look at American life on the road.“ (Digitally Obsessed)

Jetzt hat Criterion eine neue, restaurierte 2-Disc-Edition angekündigt, die von Monte Hellman selbst abgenommen wurde. Enthalten sind zwei neue Kommentare, von Monte Hellman und Regisseurin Allison Anders, sowie von Drehbuchautor Rudy Wurlitzer und Autor David Meyer. Auch das Drehbuch von Rudy Wurlitzer wird enthalten sein.

„Two-Lane Blacktop“ (1971) drückt auch das Lebensgefühl seiner Zeit aus, ein Film wie Musik, mit der man „leben kann“ – was für den Film aber erst später mit Video und DVD möglich geworden ist:

„Das wirklich Grandiose an der ganzen Videokultur ist demnach für mich, dass man seine Lieblingsfilme wirklich problemlos hundertemal sehen und so wirklich mit ihnen leben kann. Morgens um 7 Uhr nach Hause kommen, eine Kanne Kaffee machen, sich ans Fenster stellen und den Drohnen *) zuschauen, wie sie in ihre Büros schleichen und dann TWO-LANE BLACKTOP einlegen, das ist für mich Glück, und das hat erst die Massenverbreitung *) der Videos möglich gemacht“ (Ulrich von Berg in: Videomania. Ein Gespräch zwischen Ulrich von Berg und Frank Arnold über das Sammeln, Stapeln und Nichtansehen von Videos. In: SteadyCam Nr.30, Winter 1995, S.45)

*) Kleine Anmerkung zu diesem eigentlich sehr schönen Kommentar: Wie Glück und Massen doch zusammenhängen!

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