“Das Weib des Pharao” jetzt auf Blu-ray und DVD

28. Juni 2012

Auf die Restaurierung dieses vergessenen Films von Ernst Lubitsch hatten wir schon im letzten Jahr hingewiesen. Jetzt ist es Alpha-Omega in München gelungen, die Fassung auf DVD und Blu-ray fertigzustellen. Am 30.6.2012 ist es soweit. Ein anspruchsvolles Restaurierungsprojekt wird endlich  für alle Liebhaber des deutschen Stummfilms zugänglich und ein Stück versunkener Filmgeschichte taucht wieder auf – dank des großen Engagements von Alpha-Omega. Beide Ausgaben können dort direkt bestellt werden.

Die Angaben zu dieser Edition im einzelnen:

Diese digital restaurierte Fassung stellt den Film in viragierten Farben dar, die den überlieferten Filmmaterialien entsprechen. Erstmals ist auf dieser DVD die gesamte Musik des Originals als Orchesterfassung zu hören.

Zusätzliches Material:
- Digibox Verpackung
- Booklet: 20. Seiten, farbig: Texte und Bilder zum Film und zur Restaurierung: Vorwort von Thomas Bakels, ein persönlicher Gruß an Fans von Frau Nicola Lubitsch, Aufsatz von Kristin Thompson, Interview mit Frank Strobel, Text von Ägyptologie Experten Bernt Müller
- Trailer: Englisch, Deutsch
- Historisches Material zur Produktion: Setfotos, Fotos von fehlenden Szenen, Programmheft Verlag Filmkurier Berlin 1922
- Die Rückkehr von Lubitschs Pharao: Dokumentation über die Restaurierung von Das Weib des Pharao, die diese aufwendige Restaurierungsarbeit anhand von Bildern und Erzählungen vom Drehort, Interviews mit den Beteiligten und Szenen-Vergleichen ausführlich darstellt. Informationen über die Farbgebung, technische Verfahren und Quell-materialien sind hier ebenso enthalten wie Hintergründe zur Musik und deren Aufnahme. (35 Minuten)
- Filmkonzert: Diese HD-Aufnahme der Orchestereinspielung zum Film ist tatsächlich ein eigenständiger Programmteil dieser Veröffentlichung. Die Aufnahme wurde von ALPHA-OMEGA digital eigens mit dem WDR Rundfunkorchester produziert. Aus insgesamt 16 Kameraperspektiven wurde am 14. und 15. September 2011 in Köln ein Live-Konzert geschnitten, das die Musik ganz in den Vordergrund stellt und den Film nur als Nebendarsteller zeigt. Insbesondere weil diese wunderbare Musik von Eduard Künneke so lange unveröffentlicht war, und Frank Strobel und das WDR Rundfunkorchester mit einer erstklassigen Einspielung den Film erst wirklich vollständig werden ließen, ist diese Orchesteraufnahme hier in voller Filmlänge und aus nächster Nähe zu erleben. (100 Minuten)

Sprachfassungen:
Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Russisch, Chinesisch, Japanisch, Thai, Arabisch
Dieser Film wird hier in 10 anwählbaren Sprachfassungen gezeigt. Die Insert-Titel sind dabei nicht als Untertitel sondern als Vollbild-Titel gestaltet, wie es auch in der Stummfilmzeit eine gängige Praxis für ausländische Fassungen war. Die Übersetzungen wurden von Kollegen und Freunden des Projekts geleistet, die allesamt fundierte filmwissenschaftliche oder filmbezogene Hintergründe haben. Die Versionen in deutsch, englisch, französisch und italienisch werden im originalen Schrift-Typ dargestellt. Die Versionen in spanisch, russisch, chinesisch, japanisch, thai und arabisch erhielten aufgrund von Besonderheiten der jeweiligen Schriften ein anderes Erscheinungsbild.

Technische Angaben:
DVD Edition: 1*DVD9 (Hauptfilm)+ 1*DVD9 (Zusätzliches Material), NTSC & PAL
BluRay Edition: 1*BluRay50 (Hauptfilm & Zusätzliches Material), Region-Free
Laufzeit: Hauptfilm: ca. 100min, Zusätzliches Material: ca. 144min
Bildfrequenz: 20 B/s
Auflösung: PAL, 720×576 (DVD) | NTSC, 720×480 (DVD) | HD 1920×1080 (BD)
Bildformat: 4:3 (1,33:1) (Hauptfilm)
Audioformate: Dolby Digital 5.1 (DVD) | PCM 2.0 Stereo (DVD & BluRay)| DTS-HD 5.1 (BluRay)

Quellen: Nitropositiv russ. und it.
FSK 0: Freigegeben ohne Altersbeschränkung (alle Angaben von Alpha-Omega)


Hollywood lässt 35mm-Film fallen

14. April 2012

… und das hat Folgen. In der LA Weekly vom letzten Donnerstag beschreibt sie Gendy Alimurung in einem längeren Artikel und läßt bedeutende Archivare wie wie Ross Lipman vom UCLA Film & Television Archive zu Wort kommen, dem zweitgrößten Filmarchiv der USA. Der Medienwandel vom Zelluloid zu Bits und Bytes beschwört eine ähnliche Situation wie beim Übergang vom Stummfilm zum Tonfilm herauf, doch paradoxerweise in umgekehrter Form.  Das Archiv wird mit Angeboten zur Einlagerung von 35mm-Filmen überschwemmt, weil die Firmen ihre Lager mit dem “überholten” Format räumen wollen. Damals wurden aus den gleichen Motiven die “veralteten” Stummfilme vernichtet und es gründeten sich daraufhin die ersten Filmarchive. Anders als damals ist heute aber nicht das alte Format, sondern das neue digitale gefährdet, denn es läßt sich viel schwerer dauerhaft archivieren. Der Vertrieb digitaler Filme spart Kosten, doch sie zu erhalten ist elfmal teurer. Die Zukunft der Filmkunst ist also stärker bedroht als ihre Vergangenheit.

Gendy Alimurung berichtet auch von einer Initiative von Regisseuren, die ihr Recht auf Wahlfreiheit des Filmformats gegenüber den Studios verteidigen wollen.

“Movie Studios Are Forcing Hollywood to Abandon 35mm Film. But the Consequences of Going Digital Are Vast, and Troubling” ist ein lesenswertes Stück Filmjournalismus.

 

Eine gute Ergänzung zum Thema und dabei mehr in die Tiefe gehend: David Bordwells “Pandora’s digital box: From films to files” vom Februar dieses Jahres. Alle weiteren 6 Artikel zu “Pandora’s digital box” auf der Website von Kristin Thompson and David Bordwell.


We can’t go home again

6. September 2011

Nicholas Rays letzter Film,  “We can’t go home again”, eine Arbeit mit seinen Studenten, ist auf dem Festival in Venedig in der restaurierten Fassung aufgeführt worden. Während Rays Studioproduktionen als Klasssiker gelten und auf DVD zugänglich sind, ist sein Spätwerk kaum bekannt.

Die Nicholas Ray Foundation plant offenbar eine Collector’s Edition auf DVD, die auch die beiden Fassungen von  “We can’t go home again” enthalten soll, dazu den Dokumentarfilm seiner Frau “Don’t expect too much” über seine Arbeit an diesem Film.

Oscilloscope Laboratories werden Film und Dokumenation in den USA herausbringen, auch auf DVD.

Walter Gasperi hat Nicholas Ray zu seinem 100. Geburtstag gewürdigt:

“Begeistert reagierten Truffaut, Godard und Rivette, als sie in den 50er Jahren die Filme Rays entdeckten. Einen echten «Autor» sahen sie in ihm, keinen Handwerker, sondern einen Regisseur, der mit persönlicher Leidenschaft inszeniert und dessen Persönlichkeit in seine Filme einfließt. Äußerlich mögen die Filme dabei noch so verschieden sein, so verbindet sie dennoch eine eigene Sicht der Welt und wiederkehrende Themen.

«We Can´t Go Home Again» titelte er sein 1973 nach fast zehnjähriger Pause gedrehtes und nie abgeschlossenes verdecktes Selbstporträt. Die vergebliche Suche nach Heimat und einem Ort der Ruhe, die hier schon im Titel zum Ausdruck kommt, zieht sich durch viele seiner Filme. Unruhig, rastlos und zerrissen ist nicht nur der junge Jim Stark in «Rebel Without a Cause» (1955), mit dessen Verkörperung James Dean zum Jugendidol wurde, sondern auch der von Sterling Hayden gespielte Johnny Guitar im gleichnamigen Western (1954)…

In «Bigger than Life» (1956) schildert er eindringlich den erstickenden Konformismus der 50er Jahre, mit «Bitter Victory» (1957) drehte er einen Anti-Kriegsfilm, über den Godard in einer begeisterten Kritik schrieb: «Es ist gleichzeitig der direkteste und zurückhaltendste Film, der feinste und der gröbste. Das ist nicht Kino, das ist besser als Kino.»

Gab es in den 50er Jahren für diesen Unangepassten noch eine Nische, sodass er rund 20 Filme drehen konnte, so erhielt er nach dem Flop der Großproduktion «55 Days at Peking» (1963) und dem Niedergang Hollywoods keinen Auftrag mehr. Erst 1973 meldete sich dieser «cinéaste maudit» mit «We Can´t Go Home Again» zurück. Nochmals setzte sich Ray mit Entwurzelung und der Utopie der Heimat auseinander, rebellierte aber gleichzeitig durch die experimentelle Form (z.B.: Einsatz unterschiedlicher Filmformate) auch gegen Hollywood.” (Walter Gasperi: «We Can´t Go Home Again» – Zum 100. Geburtstag von Nicholas Ray. Zoom)


Cinerama wird restauriert

5. September 2011

Ein altes Filmformat erwacht wieder von den Toten: Die Cinerama-Filme der 50er-Jahre werden restauriert. Sie sollen wieder im Kino aufgeführt werden und auf Blu-ray erscheinen.  Cinerama, das war die riesige, konkave Leinwand mit einem Bild aus 3 35mm-Projektoren und einem Ton aus 7 Kanälen.

Nachdem der letzte Cinerama-Film “How the West Was won” bereits restauriert wurde und auf Blu-ray erschienen ist, sollen nun die Dokumentationen erscheinen, die das Format populär und den Breitwandfilm im Kino zum Standard gemacht haben.

Vielleicht spielt bei dieser Initiative ja eine gewisse Sehnsucht nach den 50ger Jahren eine Rolle, als die Welt des Westens noch im Lot war.  Technisch ist dies sicherlich ein faszinierendes Projekt.


Das Weib des Pharao im Neuen Museum

22. August 2011

Am 17. September kehrt ein Film, der aus unserem kollektiven Gedächtnis verschwunden war, wieder an einen seiner Ursprungsorte zurück: “Das Weib des Pharao” wird im Neuen Museum auf der Museumsinsel in Berlin aufgeführt, mit der Originalmusik von Eduard Künneke, gespielt vom Rundfunkorchester Köln des WDR unter der Leitung von Frank Strobel.

Lubitsch ließ für seinen Monumentalfilm, einen der teuersten und aufwändigsten seiner Zeit,  in den Rauhen Bergen von Berlin-Steglitz gewaltige altägyptische Kulissen errichten. Die Filmarchitekten Ernst Stern und Kurt Richter ließen sich ebenso wie die Kostümbildner, hier wiederum Ernst Stern sowie Ali Hubert und Ernö Metzner, von dem Fundus des Ägyptischen Museums in Berlin inspirieren.

Wie frei sie dabei mit ihren historischen Vorlagen umgegangen sind, hat Bernt Müller in seinem Aufsatz “Das Weib des Pharao, Altägypten in Berlin-Steglitz” in der Zeitschrift KEMET untersucht:

“Die Reliefs an der Fassade des Großen Palastes zeigen Opferszenen des Königs vor verschiedenen Göttern… Auch die Widder, die auf der Treppe zum Großen Palast liegen und den Reichsgott Amun darstellen, säumten im Alten Ägypten nicht den Weg zu einem Palast, sondern die Prozessionsweg zu den Tempeln, die Amun geweiht waren. Von einem solchen Prozessionsweg stammt auch der Widder im Ägyptischen Museum Berlin…, der offensichtlich das Vorbild für die Widder im Film war…

Beim Betrachten des Films ergeben sich noch eine Reihe weiterer Assoziationen: der große Saal erinnert an den alten Ägyptischen Hof im Neuen Museum in Berlin, und im Inneren des Schatzhauses muss man an die aufsteigende Galerie in der Cheops-Pyramide denken…

Die Kostüme der Hauptdarsteller waren sehr aufwendig gestaltet. Als Vorlage für das Gewand des Pharaos Amenes diente offensichtlich das Fresko Amenophis’ I. aus dem Gab des In-her-cha in Deir el Medine (Grab TT 359) aus der 20. Dynastie um 1190-1160 v.Chr… Amenophis ist hier nach der Mode der Ramessidenzeit gekleidet. Er trägt eine kurzhaarige Perrücke mit Diadem und Uräus. Der Zeremonilabart ist mit einem Band am Kinn befestigt. Ein breiter Schulterkragen liegt auf dem durchsichtigen, plissierten Gewand, das mit einem breiten Gürtel und Schmuckbändern um die Hüfte geschlungen ist. Ringe schmücken Oberarme und Handgelenke. Alle Details sind am Kostüm des Pharaos Amenes wiederzufinden Er trägt hier allerdings die Krone von Ober- und Unterägypten.”

ARTE hat einige Filmstills der restaurierten Fassung ins Netz gestellt, die die Anmutung dieses Films augenfällig machen.

Der Film liegt bereits seit 2005 in rekonstruierter und restaurierter Form vor. Durch die Arbeit des Münchner Filmmuseums, der Spezialisten der Firma Alpha-Omega (Bericht zur Restaurierung) und des Bundesarchiv-Filmarchivs konnte dieses vergessene Werk in seiner ursprünglichen Form fast vollständig wiedergewonnen werden. Bernhard André hat das in seinem Aufsatz “Zurück in die Zukunft – Neue digitale Restaurierungstechniken für Ernst Lubitschs ‘Das Weib des Pharao’” detailliert beschrieben:

“Im Falle von „Das Weib des Pharao“ waren die Voraussetzungen nicht schlecht. Zwar existiert kein Negativ, doch besitzt das Bundesarchiv-Filmarchiv ein viragiertes Original-Nitro aus den 1920er-Jahren. Allerdings umfasst diese Kopie nur etwa die Hälfte der ursprünglich 2976 Meter Film. Weitere Quellen in Paris und bei einem privaten Berliner Sammler kamen hinzu, waren teilweise jedoch von weit geringerer Qualität. Rund 60 Prozent des Films standen damit für die Restaurierung zur Verfügung. Doch Gerüchte über noch vorhandenes Originalmaterial ließen Bakels und Lengl keine Ruhe. Sie machten sich eigenhändig auf die Suche und wurden schließlich im US-amerikansichen George Eastman House in Rochester fündig. Was sie fanden, geriet zur Sensation: „Es kam uns so vor, als seien die ganzen Szenen, die bislang fehlten, in der Rochester-Kopie verarbeitet“, erinnert sich Gerhard Ullmann, Restaurator am Münchner Filmmuseum, wo die filmphilologische Arbeit zum Projekt geleistet wird. Die ebenfalls als viragiertes Original-Nitro vorliegende Kopie ergänzt das bisher verfügbare Material so gut, dass die rund 45 Minuten beinahe komplett für die Restaurierung verwendet werden können. Statt 60 liegen nun 90 Prozent des Films wieder vor, statt geplanter Standfotos und Texttafeln wird die fehlende Originalhandlung wieder zu sehen sein, statt Fragment zu bleiben, wird am Ende „Das Weib des Pharao“ wieder ein nahezu vollständiger Film.” (Film-Dienst 25/ 2004)

Bernhard André berichtet dann detailliert über die schwierige Restaurierung von völlig abgespieltem Material, dem sogar teilweise die Perforation fehlte. Der Film war viragiert, so dass nur wenige Kopien mit diesem teuren Verfahren hergestellt werden konnten. Alpha Omega musste nicht nur spezielle Software zur elektronischen Retusche entwickeln, sondern auch ein Programm zur digitalen Virage, so dass man den Film heute wieder in seiner ursprünglichen Farbenpracht erleben kann. Außerdem wurde durch ein eigenes Sequenzer-Verfahren zur Erzeugung “echter” Zwischenbilder eine Fassung mit 24 Bildern pro Sekunde hergestellt, um den Film als Tonfilm mit der Orchestrierung von Eduard Künnecke vorführen zu können. Die Musik von Eduard Künnecke wird seit der Aufführung des Films 1922 mit dieser restaurierten Fassung erstmals wieder gespielt und zum ersten Mal überhaupt aufgezeichnet.

Zum Schluss kann man sich fragen, was diesen Film so herausragend macht: Es ist die Kamerarbeit von Theodor Sparkuhl , der mit Cadrage und Perspektive Machtverhältnisse präzise herausarbeitet. “Das Weib des Pharao” war stark von seiner Zeit geprägt. Gedreht 2 Jahre nach der Ausrufung der Republik, 1 Jahr nach dem Kapp-Putsch, mitten in Zeiten der Inflation und größter Arbeitslosigkeit ging es im Film wie auch in der Gesellschaft um Macht, Aufstand und persönliches Glück.

Alpha Omega plant dem Hörensagen nach auch eine DVD- und Blu ray-Ausgabe. Man kann nur hoffen, dass diese tatsächlich zustande kommt, denn dafür liegt seit 6 Jahres alles Notwendige vor. Das HD-Master und  sogar Extras sind bereits vorhanden: “Rettung in 2 K” führt in 13 Minuten in den Film und  seine Restaurierung ein.

Wer sich bis dahin nicht gedulden will, kann am 17.9. dem Livestream von der Aufführung in Berlin im Web folgen. Am 26.9. wird der Film im Fernsehen auf Arte ausgestrahlt.

Nachtrag: Thomas Bakels von Alpha Omega hat in den USA auf dem Kongress “The Reel Thing” der AMIA am Wochende bestätigt, das der Film zum Jahresende 2011 auf DVD und Blu-ray erscheinen wird, und zwar in einer internationalen Fassung mit wählbaren Zwischentiteln auf Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Russisch, ägyptischem Arabisch, Chinesisch und Thai – im Prinzip also so, wie es zu Zeiten des Stummfilms auch üblich war.  Alpha Omega hat nämlich nach dem Verlust des Produzenten zu Beginn der Restaurierungsarbeiten die ganze Produktion mit eigenen Mitteln finanziert und kann diese Fassung deshalb selbst vermarkten – zweifellos mit einem innovativen Konzept. Das ist besonders wichtig für deutsche Cineasten, die nun nicht mehr von der schwach entwickelten Filmkultur in diesem Land abhängig sind (Metropolis und Die Nibelungen sind hier bis heute nicht auf DVD und Blu-ray erschienen).

Nachtrag vom 9.9.2011: Alpha-Omega hat heute in einer Pressemitteilung bestätigt, dass die Blu-ray und die DVD des Film im Herbst 2011 erscheinen werden:

“Die BluRay und DVD Edition des restaurierten Films ist für Herbst 2011 geplant. Der Film wird mit bildfüllenden Zwischentiteln in den folgenden Sprachen erhältlich sein: englisch, deutsch, französisch, spanisch, italienisch, russisch, chinesisch, arabisch, thai und japanisch.
BluRay und DVD sind dann direkt über die ALPHA-OMEGA digital Website zu bestellen.” (Pressemitteilung, 9. September 2011)


L’ enfer von Clouzot auf Blu ray

3. Juni 2011

Flicker Alley in den USA hat unter dem Titel “Inferno” die Dokumentation L’ enfer d’ Henri-Georges Clouzot von Serge Bromberg und Ruxandra Medrea mit den Fragmenten von Henri-Georges Clouzots unvollendetem Film “L’ enfer”   auf Blu ray(+ DVD)  herausgebracht (Regionalcode A, engl. Untertitel nicht ausblendbar).

Das Material der 1964 begonnenen Produktion war lange nicht zugänglich, bis Serge Bromberg sich 2005 an die Aufarbeitung machte:

“Ein unvollendeter und unsichtbarer Film, ein rätselhaftes, unwahrscheinliches Meisterwerk. Das war wie eine Herausforderung, fast ein Spiel, und ich nahm mir an jenem Tag vor, mich auf die Suche nach den Filmbüchsen zu machen, die wir für verloren hielten. (…) Ich beschloss, die Zeugen aufzusuchen. Ich musste die Geschichte kennenlernen, um sie besser erzählen zu können. Ich wusste damals noch nicht, dass sie uns bis heute, nach drei Jahren Recherche, teilweise verborgen bleiben würde. Clouzot hatte ein seltsames Labyrinth gezeichnet, dessen Ausgang ich nicht kannte.” (Serge Bromberg. In: Arthaus – Kinowelt)

In Deutschland ist der Film in der Reihe Arthaus Premium bei Kinowelt auf DVD erschienen. Diese Ausgabe enthält zusätzlich Clouzots letzten Film “La prisonnière” von 1968.


Treasures 5: The West, 1898-1938

31. Mai 2011

Die National Film Preservation Foundation in den USA hat heute ihre 5.  DVD Edition mit restaurierten Filmen angekündigt: Das Thema ist diesmal der “Westen”. Treasures 5: The West, 1898-1938 wird 40 frühe Filme über den Wilden Westen, vor allem selbstverständlich Western enthalten, die bisher noch nicht auf  DVD erschienen sind.  Daneben wird es aber auch den “real West” mit seltenen Dokumentationen geben. Besonders hervorgehoben werden zwei Filme:

“There are lots of surprises and a few genuine masterworks, including Mantrap (1926), with an utterly bewitching Clara Bow in her most sophisticated role, and W.S. Van Dyke’s The Lady of the Dugout (1918), with outlaw-turned-actor Al Jennings playing himself 20 years earlier… For the line-up, click here” (Treasures 5)

Wie in die vorherigen Editionen ist auch in diese wieder die Arbeit von unzähligen Beteiligten geflossen, ein sorgfältiges Unternehmen, das an Engagement Seinesgleichen sucht:

“The Treasures 5 selections are accompanied by new music, interactive screens with maps, audio commentary, and an illustrated catalog. The set is curated by Scott Simmon and designed by Jennifer Grey. New music was created by music curator Martin Marks, featured pianists Stephen Horne and Michael D. Mortilla, and composers Andrew McPherson, Michael Miller, Brian Robison, Elena Ruehr, Charles Shadle, Christine Southworth, and Evan Ziporyn. For a full list of contributors, click here.” (Treasures 5)

Die Box erscheint am 27. September 2011 bei Image Entertainment in den USA.

 


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