Planet Earth Hi Def

3. Juli 2007

“Planet Earth”, die 550 minütige Naturdokumentation der Natural History Unit der BBC von Alastair Fothergill ist in den USA in den beiden HD-Formaten HD-DVD und Blu Ray erschienen (Planet Earth HD-DVD; Planet Earth Blue Ray Disc). Die Dokumentation wurde fast vollständig im hochauflösenden HD-Format gedreht, die erste dieser Art bei der BBC. Für Luftaufnahmen wurde sogar ein eigenes Kamerasystem entwickelt, die fernsteuerbare, kreiselstabilisierte „Heligimbal“-Kamera für extreme Teleaufnahmen. Außerdem wurden Hochgeschwindigkeitskameras mit 40-facher Zeitlupe eingesetzt. Die Dreharbeiten mit 40 Kamerateams an 200 Drehorten dauerten 5 Jahre:

““High definition has a really beautiful quality, and it has the cinematic feel we were after. This time last year, I was in Antarctica, on a boat surrounded by humpback whales bubble-netting collective technique they use to catch fish. When you are there, the experience is so rich and so special, and then you come back and try to put it on telly, and it’s a horrible little box with a tinny speaker, and it’s frustrating. What I am trying to do, by upping the cinematic value, is put more people there.” (Alastair Fothergill, in: Kinnes, Sally: Television: Where no cameraman has gone before. Filming the unfilmable’ with cutting-edge technology.Times Online) (mehr Info hier)

Die einzigartige Bild- und Tonqualität dieser Dokumentation kann bisher nur mit den neuen Hi Def-Medien dargestellt werden. Auf den beiden US-Ausgaben auf HD-DVD und Blu Ray Disc ist die Serie in 1080p gespeichert. Die Reaktionen darauf waren entsprechend enthusiastisch.

Da die ästhetische Qualität solcher HD-Medien nur mit entsprechenden Home Theater-Systemen sichtbar gemacht werden kann, die sich die wenigsten leisten können, macht ein Bestand solcher Medien in Bibliotheken z.Zt. noch wenig Sinn, es sei denn als Präsenzbestand mit entsprechender Infrastruktur, also für ein öffentliches “Home Theater” in der Bibliothek oder in anderen Kultureinrichtungen.
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Edition Filmmuseum

3. Juli 2007

Die Edition Filmmuseum, das Gemeinschaftsprojekt von Filmarchiven im deutschen Sprachraum, wächst rasant. Inzwischen sind 21 Ausgaben lieferbar. Neben der fortlaufenden Gesamtedition der Werke Alexander Kluges , mit Fassbinder der wichtigste “deutsche” Filmemacher der Nachkriegszeit, ist jetzt auch ein Sampler aus der Blütezeit des europäischen Wanderkinos erschienen, “Crazy Cinématographe – Europäisches Jahrmarktkino 1896-1916″. Der Film-Dienst schreibt zu dieser vergessenen Periode der Kinogeschichte:

“In der hohen Zeit des kommerziellen Wanderkinos vor dem Ersten Weltkrieg bereisten mittelständische Unternehmen mit großen Zelten die einschlägigen Jahrmärkte und Volksfeste. Die prächtigen, mit zahllosen bunten Glühbirnen geschmückten Fassaden dieser “elektrischen Märchenpaläste” gehörten seinerzeit zu den größten Attraktionen auf dem Münchner Oktoberfest, dem Bremer Freimarkt oder der Luxemburger Schobermesse. Die großen Zeltkinos fassten bis zu 2000 Zuschauer und waren auf festen Routen oft in mehreren Ländern unterwegs. In kleinere Orte reisten so genannte Saalspieler: Sie hatten Projektoren und Filme dabei und mieteten einen Saal für ihre Vorführungen, zum Teil unabhängig von den festen Terminen der Jahrmärkte und Kirchweihfeste… Die größte Attraktion waren aber stets Lokalaufnahmen: Die örtliche Bevölkerung wurde beim Verlassen der Kirche nach dem Sonntagsgottesdienst oder beim Verlassen einer Fabrik zum Feierabend gefilmt und konnte sich selbst’ “in lebender Größe und Bewegung” auf der Leinwand bestaunen!” (Martin Loiperdinger, Filmdienst)

In der letzten “Zeit” schreibt Georg Seeßlen über den Stummfilm “Nathan der Weise” (1922) von Manfred Noa, der ebenfalls in der Edition Filmmuseum erschienen ist (Text leider nicht frei zugänglich). Der Film-Dienst und die Edition Filmmuseum haben Hintergrundartikel zu allen Titeln der Edition mit genauen Informationen zu den einzelnen DVD frei ins Web gestellt.

Nachtrag vom 16.8.2007: “Jäger der verlorenen Filme – die Edition Filmmuseum spürt Schätze der Archive auf” von Carthy Rohnke für das Goethe-Institut.


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